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Duhem-Quine-These

eine auf I. Lakatos zurückgehende Bezeichnung für die 1908 von P. Duhem getroffene Feststellung, dass bei einem Vergleich von Experiment und Theorie in der Physik nie eine einzelne Hypothese, sondern immer eine Gruppe von Hypothesen mit dem Experiment konfrontiert wird. Aus diesem Grund besteht keine eindeutige Beziehung zwischen Theorie und Erfahrung, weil das Experiment keine Auskunft darüber gibt, welche der zur Auswahl stehenden Hypothesen im Fall einer Diskrepanz zwischen Theorie und Experiment abzuändern ist. Den radikalsten Schluss aus dieser Mehrdeutigkeit hat Quine mit der Behauptung gezogen, dass nicht nur eine Gruppe von Hypothesen, sondern im Prinzip das gesamte wissenschaftliche Wissen bei einem Experiment-Theorie-Vergleich zur Disposition steht. Diese radikale Variante ist zwar logisch nicht zu widerlegen, entspricht aber nicht der Forschungspraxis der Physik und ist daher methodologisch irrelevant. Die schwächere Duhemsche These stellt dagegen eine der Grundlagen für die Rekonstruktion der Beziehung zwischen Theorie und Erfahrung dar.

 

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