Holographie
Von Denis Gabor zur Anwendungsreife entwickeltes und 1947/48 von ihm vorgestelltes optisches Abbildungsverfahren, das das Objekt auf einem flächigen Bildträger scheinbar dreidimensional wiedergibt. Die Hologramm genannte Abbildung wirkt wie ein Fenster, hinter dem sich das Objekt befindet. Anders als bei der Photographie werden hier die vom beleuchteten Objekt in den Raum ausgestrahlten Wellen mit den Informationen über Form und Farbe des Gegenstandes direkt gespeichert. Das gelingt in Form eines Interferenzbildes (Interferenz), das dadurch zustande kommt, daß ein Laserstrahl (Laser) zunächst über einen Spiegel aufgeteilt wird. Ein Teilstrahl trifft das Objekt und wird von diesem als Streulicht reflektiert. Der zweiteTeilstrahl trifft unbeeinflußt durch das Objekt als Referenzstrahl auf einer Photoplatte mit dem gestreuten Licht zusammen. Die dabei durch Interferenz entstehende räumliche Lichtverteilung wird auf dem photochemisch behandelten Hologramm fixiert und läßt bei Beleuchtung mit der Referenzwelle das abgebildete Objekt räumlich in Erscheinung treten.
In der Fotografietechnik:
(griech. holos = ganz) Das Wesensmerkmal der Holographie, dem sie ihren Namen verdankt, ist die Möglichkeit von Aufnahme und Wiedergabe eines dreidimensionalen, körperlichen Bildes. Sie unterscheidet sich jedoch gravierend von der normalen Fotografie: Die Aufnahme eines Objektes erfolgt bei streng monochromatischem, kohärentem (phasengleich schwingendem) Laserlicht ohne Objektiv und Kamera auf eine fotografische Platte. Sie zeigt nach der Belichtung und Entwicklung keine Abbildung des Objektes, sondern lediglich ein wirres, vom Auge nicht auflösbares Wellenmuster im Mikrometerbereich, welches durch die Interferenz von Bezugswelle (Licht, das direkt vom Laser kommt) und Objektwelle (vom Motiv reflektiertes Licht) auf dem Film entstanden ist. Die Wiedergabe des räumlichen Bildes erfolgt im umgekehrten Sinne: Das Hologramm wird wiederum mit Laserlicht durchstrahlt, wobei die Lichtstrahlen, entsprechend dem Interferenzmuster auf dem Film, gebeugt werden. Schaut der Betrachter (unter beliebigem Blickwinkel) durch das Hologramm hindurch, so ergeben die vom Auge aufgefangenen gebeugten Lichtstrahlen ein virtuelles, dreidimensionales Bild, das hinter dem Hologramm zu liegen scheint. Da bei der holographischen Aufnahme eines Gegenstandes die von einem Objektpunkt kommenden Lichtstrahlen sich nach allen Seiten gleichmäßig ausbreiten, da sie außerdem durch kein optisches System gebündelt werden und somit auf die gesamte fotografische Schicht gelangen, enthält jeder noch so kleine Teil des Hologramms die »Bildinformation« aller Objektpunkte. Dieses Phänomen bewirkt, daß aus jedem Teilstück des Hologramms das ganze räumliche Bild rekonstruiert werden kann. Die Holographie kann für Wissenschaft und Technik nicht hoch genug eingeschätzt werden (u. a. für die Datenverarbeitung). Der große technische Aufwand macht die uneingeschränkte Anwendung in der allgemeinen Fotografie jedoch nur in Ausnahmefällen möglich.
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
Diese Seite als Bookmark speichern :
Free Direct XXX Videos
|