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Spiegelobjektiv

Um die Baulänge von Fernobjektiven auf eine handlichere Größe zu reduzieren, werden Spiegelobjektive gebaut. Charakteristisch sind gekrümmte Spiegel, die an die Stelle von optischen Linsen treten. Durch die ringförmige Eintrittspupille gelangen die vom Motiv kommenden Lichtstrahlen auf einen ebenfalls ringförmigen, konkav gewölbten Hauptspiegel, der sie auf den konvexen Fangspiegel reflektiert. Dieser zweite Spiegel wirkt ähnlich brennweitenverlängernd, wie das hintere, zerstreuende Linsenelement bei »echten« Teleobjektiven (Objektive). Er reflektiert das vom Hauptspiegel gesammelte (konvergente) Licht unter Abschwächung der Konvergenz durch die zentrale Öffnung im Hauptspiegel auf die Filmebene. Da Spiegel hinsichtlich der chromatischen Aberration nicht korrigiert werden müssen, genügt oft eine kleine Linsenzahl, um die verbleibenden Bildfehler (vorwiegend Koma und Astigmatismus) zu korrigieren. Durch die zweifache »Faltung« des Strahlenganges im Spiegelobjektiv und die zerstreuende Wirkung des Fangspiegels verringert sich die Baulänge des Fernobjektivs auf weniger als die Hälfte der Brennweite. Um jedoch eine ausreichende Lichtstärke zu gewährleisten, haben Spiegelobjektive (die nicht abgeblendet werden können) einen sehr großen Durchmesser. Sie werden für Kleinbildkameras in Brennweiten von 400 bis 2000 mm gebaut. Eine Eigentümlichkeit von Spiegelobjektiven ist, daß Objektpunkte, die im Unschärfenbereich liegen, nicht als Zerstreuungskreise, sondern wegen der ringförmigen Eintrittspupille als Zerstreuungsringe abgebildet werden.

 

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