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kleine Eiszeit

PJ, Phase kühlerer Temperaturen zu Beginn der Neuzeit, die mit kürzeren Unterbrechungen von Mitte des 12. bis Mitte des 19.Jh. dauerte. Sie zeichnete sich durch kühlere Sommer, schneereichere Winter, Gletschervorstösse, eine um 150-200 m tiefere mittlere Schneefallgrenze in den Alpen, Treibeisvorkommen bis zu den Färöern und Westnorwegen und höhere Niederschläge u.a. in der Sahelzone aus. Gleichzeitig war die Periode durch eine grössere Klimavariabilität gekennzeichnet und ist keineswegs einheitlich abgelaufen. So gab es relativ kalte Unterepochen um 1600 (PJ4) und um 1850 bis 1890 (PJ5), während es in der Zeit um ca. 1730 bis 1800 relativ warm war. Kulturhistorisch ist sie u.a. durch niederländische Gemälde tiefverschneiter Winterlandschaften aus dieser Zeit dokumentiert. Da wissenschaftliche Wetteraufzeichnungen erst im 18.Jh. begonnen wurden, wird der Beginn der kleinen Eiszeit quantitativ durch Klimaarchive wie Eisbohrkerne oder Baumringe belegt. Der kleinen Eiszeit voraus ging die hochmittelalterliche Wärmephase (900-1200 n.Chr., mittelalterliches Klimaoptimum), in der Weinbau in Norddeutschland und England betrieben wurde und in der Grönland dauerhaft besiedelt war; diese Besiedlung musste nach Einsetzen der kleinen Eiszeit aufgegeben werden, die verlassenen Siedlungsstätten sind z.T. noch recht gut erhalten. (Klimaänderungen)

 

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