A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

 

Sieden

Thermodynamik und statistische Physik, der Übergang einer Flüssigkeit in den gasförmigen Aggregatzustand, wobei der Vorgang innerhalb dieser Flüssigkeit stattfindet. An der Oberfläche hingegen wird dieser Prozess Verdampfen genannt.

Der Siedevorgang setzt bei reinen Stoffen bei einer bestimmten Temperatur TS, der Siedetemperatur (Siedepunkt), bevorzugt an den Gefässwänden ein – bei Wasser definitionsgemäss beim Normdruck von 101 323 N / m² bei 100,00 °C. An diesem Punkt, der mit dem Kondensationspunkt identisch ist, ist der Dampfdruck der Flüssigkeit gleich dem Oberflächendruck. Die Abhängigkeit der Siedetemperatur vom Druck wird durch die Clausius-Clapeyron-Gleichung beschrieben. Mischungen von Flüssigkeiten mit verschiedenen Siedepunkten sieden innerhalb bestimmter Siedegrenzen (Siedeintervall). Technisch wird dieses Verhalten bei der Destillation ausgenutzt. Für verdünnte Lösungen liegt der Siedepunkt höher als der des reinen Lösungsmittels (Siedepunktserhöhung).

Staub- und gasfreie Flüssigkeiten lassen sich in reinen Gefässen mitunter über den Siedepunkt erwärmen. Auf diesen Siedeverzug folgt meist ein explosionsartiger Siedevorgang, bei dem die Temperatur der überhitzten Flüssigkeit wieder auf die entsprechende Siedetemperatur zurückgeht. Dieser Verzug lässt sich beispielsweise durch poröse Siedestäbchen vermeiden. Den Vorgang in umgekehrter Richtung nennt man Kondensationsverzug. (Siedepunkte der Elemente: siehe Zusatzinformationen)

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Siedediagramm
Siedepunkt

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

Weitere Begriffe : kontinentale Kruste | Verfallsdatum | Energieeinsparung

Übersicht | Themen | Unser Projekt | Grosse Persönlichkeiten der Technik | Impressum | Datenschutzbestimmungen