|
Dampfdruck
Dampfspannung, Druck des gesättigten Dampfes, d.h. des
Dampfes, der sich in einem geschlossenen Gefäss im Gleichgewicht mit seiner
flüssigen oder festen Phase befindet (Dampf). Der Dampfdruck ist bei
einkomponentigen Stoffen nur von der Temperatur abhängig, dagegen nicht von der
Menge der beteiligten Phasen. Den Zusammenhang zwischen dem Dampfdruck und der
Temperatur geben die Dampfdruckkurven im p,T-Diagramm an
(Dampfdruckdiagramm). Die drei möglichen Phasen fest, flüssig und dampf- bzw.
gasförmig sind durch drei Kurvenzweige getrennt. Nur auf diesen Zweigen sind
jeweils zwei Phasen im Gleichgewichtszustand möglich. Die Grenzkurve zwischen
flüssig und gasförmig gibt den Dampfdruck der Flüssigkeit an und damit auch den
zur Verflüssigung von Dampf notwendigen Druck (bzw. die Siedetemperatur in
Abhängigkeit vom Druck). Sie endet am kritischen Punkt. Die Grenzkurve zwischen
fest und gasförmig gibt den Dampfdruck des festen Stoffes, den Sublimationsdruck,
an und damit den zur Verfestigung notwendigen Druck (bzw. die
Sublimationstemperatur in Abhängigkeit vom Druck). Die Grenzkurve zwischen
flüssig und fest, die Schmelzkurve, gibt die Abhängigkeit der Schmelztemperatur
vom Druck an. Alle drei Phasen können gleichzeitig im Gleichgewicht nur am
Schnittpunkt der Kurven, am Tripelpunkt, existieren.
Für den Dampfdruck einer Flüssigkeit folgt aus der
Clausius-Clapeyron-Gleichung die experimentell gut bestätigte Gleichung , wobei T
die Temperatur, A und B Stoffkonstanten sind. Genauere
Gleichungen erhält man, wenn man A als Funktion der Temperatur ansetzt.
Der Dampfdruck über Lösungen und Mischungen hängt von der
Konzentration der Lösung bzw. der Zusammensetzung der Mischung ab. Er setzt
sich aus den Partialdrücken der Komponenten zusammen. Gemäss dem Raoultschen
Gesetz hängen die Partialdrücke linear von den Konzentrationen ab (Raoultsche
Geraden). Die Gasphase ist im Vergleich zur flüssigen Phase reicher an der
leichter flüchtigen Komponente. Darauf beruht die Trennbarkeit des
Stoffgemisches durch Destillation.
In realen Mischungen treten Abweichungen vom idealen Verhalten
nach dem Raoultschen Gesetz auf. Sind die Wechselwirkungen zwischen den
verschiedenen Teilchensorten kleiner als in den reinen Stoffen, so zeigen die
Partialdruckkurven und die Kurve des Gesamtdrucks eine Wölbung nach oben, die
Flüchtigkeit im Gemisch ist also erhöht. Im entgegengesetzten Fall kehren sich
die Verhältnisse um. Wenn die Kurve des Gesamtdampfdrucks dabei ein Maximum
bzw. ein Minimum aufweist, so besitzen die flüssige Phase und die Gasphase beim
jeweiligen Extremum die gleiche Zusammensetzung (azeotropes Gemisch, Azeotrop).
Der Dampfdruck sehr kleiner Tröpfchen ist etwas grösser als bei
Systemen mit ebener Oberfläche, z.B. bei Wassertröpfchen mit einem Radius von
10 - 5cm um 1%. Die
Abhängigkeit des Dampfdrucks kleiner Tröpfchen vom Radius gibt die Thomsonsche
Gleichung an, der zufolge kleine Tröpfchen nicht stabil gegenüber grösseren
sind.
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
Diese Seite als Bookmark speichern :
|