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Kettenreaktion
Atomkraftwerk
1) Chemie: Reaktionsfolge, in der bei jedem
Reaktionsschritt neben dem Endprodukt ein instabiles Zwischenprodukt
(Kettenträger) entsteht, welches die Wiederholung der gleichen Reaktionsfolge
initiiert. Die einmal in Gang gebrachte Reaktion läuft dadurch von selbst
weiter, bis das Ausgangsprodukt verbraucht oder die Kettenreaktion abgebrochen
wird. Prinzipiell lassen sich die Schritte einer Kettenreaktion in drei
Reaktionsstadien einteilen: 1. Kettenstart, 2. Kettenwachstum oder
Kettenfortpflanzungsreaktion und 3. Kettenabbruch. Ein klassisches Beispiel
einer Kettenraktion ist die photoinduzierte Reaktion von Wasserstoff mit Chlor
zu Chlorwasserstoff (Chlorknallgas-Reaktion):
1. Startreaktion: Cl2+hn 2Cl,
2. Kettenfortpflanzungsreaktionen: Cl + H2 HCl + H,
H + Cl2
HCl + Cl,
3. Kettenabbruch: 2Cl + M Cl2 + M.
Die beim Kettenabbruch freigesetzte Energie wird grossteils von
einem dritten Stosspartner M, welcher eine geringe Verunreinigung oder auch die
Wand des Reaktionsgefässes sein kann, übernommen. Auf diese Weise lassen sich
hohe Quantenausbeuten bei der photochemisch induzierten Chlorknallgas-Reaktion
erreichen, da die Zahl der Reaktionszyklen der Kettenreaktion etwa bis zu 4 × 106 beträgt.
Die Chlorknallgas-Reaktion ist eine unverzweigte
Kettenreaktion. Bei verzweigten Kettenreaktionen (z.B. Knallgasreaktion) kann
es jedoch vorkommen, dass durch die Entstehung mehrerer Kettenträger die
Konzentration der Kettenträger so lawinenartig ansteigt, dass es zur Explosion
kommt.
2) Kernphysik: sequentieller Ablauf von identischen
kernpysikalischen Einzelreaktionen, die jeweils nachfolgende Reaktionen
auslösen, meist verknüpft mit dem Prozess der neutroneninduzierten Kernspaltung
schwerer Kerne, wie z.B. ,
die bei positiver Neutronenbilanz zu einem lawinenartigem
Anstieg der Neutronenzahl N und der Spaltrate
führt. Grosstechnisch wird die kontrollierte Kettenreaktion in Kernreaktoren
genutzt.

Kettenreaktion: Prinzip der Kettenreaktion. Die Punkte stellen
die spaltenden Neutronen dar, B die Bruchstücke der Kernspaltung.
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