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Korngrenzen

Trennlinien zwischen den einzelnen Kristalliten (auch Körner genannt) eines Vielkristalls. Die Korngrenzensubstanz ist häufig in ihrer Legierungszusammensetzung verschieden von der des Kornes, z.B. weil sich Verunreinigungen an den Korngrenzen ansetzen oder sich eine andere Phase an ihnen abscheidet. Auch die physikalischen Eigenschaften sind grundsätzlich verschieden. Ein Korn ist ein Bereich mit den geometrischen und physikalischen Eigenschaften eines Einkristalls, d.h. mit einheitlicher Orientierung und keinen bedeutenden Gitterstörungen. Die Korngrenze hingegen ist geometrisch ein Gebiet, in dem sich die Orientierung des Gitters innerhalb eines kleinen räumlichen Gebietes sehr plötzlich ändert, ein Teil der Netzebenen also eine sehr grosse lokale Krümmung besitzt, die man sich durch eine bestimmte Versetzungsverteilung erzeugt denken kann. Hat man grössere Orientierungsunterschiede, so kann man keine individuellen Versetzungen mehr unterscheiden. An die Stelle von Versetzungen tritt eine Folge von Gebieten schlechter und guter Passung.

Die Korngrenzen bewirken eine starke Beeinflussung der physikalischen und technischen Eigenschaften von meist vielkristallinen Werkstoffen, insbesondere der Plastizität, der Rekristallisation und des Magnetismus, denn sie hemmen die Verformung und führen zu erheblichen Verspannungen des Gitters zumindest in ihrer Umgebung.

 

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