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Perspektive

Die Darstellung der dreidimensionalen Wirklichkeit in einem zweidimensionalen Bild verlangt die Auseinandersetzung mit der Perspektive. Zeichnet man auf Papier nach, was das Auge in Wirklichkeit sieht, z. B. die Fluchtlinien von Häusern oder einer Straße, so entsteht eine perspektivische Darstellung und damit die Vortäuschung von Räumlichkeit. Man kann sagen, daß diese Kunst der Vortäuschung der dritten Dimension eine der wichtigsten Voraussetzungen ist für gute Fotografie. Simulierte Räumlichkeit, fotografische Perspektive also, resultiert aus der Verjüngung der in die räumliche Tiefe führenden Fluchtlinien und aus der kontinuierlich sich verkleinernden Darstellung der Dinge vom Vordergrund zum Hintergrund. Das Maß der Verkleinerung erfolgt proportional zur Entfernung. Ein 10 m von der Kamera entfernter Gegenstand ist immer doppelt so groß abgebildet wie ein gleichgroßer 20 m entfernter. Um ein Motiv, entsprechend unserem Augeneindruck, in natürlicher Perspektive fotografisch darzustellen, bedarf es eines Objektivs, dessen Brennweite und Bildwinkel dem deutlichen Sehwinkel des menschlichen Auges (um 45°) möglichst entsprechen. Diese Eigenschaften hat die sog. Normalbrennweite, das ist, auf das Kleinbildformat 24 x 36 mm bezogen, ein Objektiv mit der Brennweite zwischen ca. 40 mm (570) und 60 mm (390). Die Ähnlichkeit der optischen Wirkung mit dem, was das menschliche Auge sieht, ist der Grund, weshalb »Normalbrennweiten« die am weitesten verbreiteten Objektive sind. In der gestaltenden Fotografie allerdings gelten Normalobjektive als »langweilig«, Weitwinkel- und Teleobjektive werden bevorzugt. Doch die Länge der Brennweite hat, bei Aufnahmen von ein und demselben Aufnahmestandort aus, keinen Einfluß auf die Perspektive. Egal ob ein Motiv mit dem Tele- oder dem Weitwinkelobjektiv fotografiert ist, die Perspektive bleibt stets die gleiche. Was sich ändert ist der Bildwinkel (im Vergleich zum Sehwinkel des Auges), die Ausdehnung dessen, was abgebildet wird, also die Abbildungsgröße. Optik, Bezeichnung für die geometrische Projektion dreidimensionaler räumlicher Objekte auf eine Bildebene bzw. auf die Netzhaut des menschlichen Auges, die dem Betrachter einen natürlichen Bildeindruck vermitteln soll (Zentralperspektive). Die Perspektive ist einerseits durch das Zusammenlaufen der Bildgeraden paralleler Objektgeraden (z.B. paralleler Kanten eines Würfels) in einem Punkt am Horizont der Bildebene (Fluchtpunkt) und andererseits durch das Kleinerwerden der Bilder mit zunehmendem Abstand des Objektes von der Bildebene (perspektivische Verkürzung) gekennzeichnet. Bei der Froschperspektive liegt der Horizont der Bildebene sehr tief, während er bei der Vogelperspektive sehr hoch liegt. Mit Hilfe der optischen Abbildung (Abbildung, optische) kann die Perspektive geändert werden. Ausgehend von zwei gleich grossen Objektiven y1 und y2 erscheint bei der Fernrohr-Beobachtung das weiter entfernte Objekt kleiner (entozentrische Perspektive). Der umkekehrte Fall tritt z.B. bei der Lupe auf (hyperzentrische Perspektive). Die telezentrische Perspektive liegt dann vor, wenn sich das Perspektivitätszentrum (Auge) im Brennpunkt der Abbildungsoptik befindet und alle achsensenkrechten Strecken gleich gross erscheinen. (Mikroskop)

 

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