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Solarisation

Aus dem Verlauf der Schwärzungskurve erkennt man, daß die Schwärzungsdichte beim Überschreiten eines bestimmten Belichtungswerts wieder abnimmt: Es tritt eine Bildumkehr ein. Beobachtet wurde dieses Phänomen erstmals in überbelichteten Aufnahmen, bei denen sich die Sonne im Bildfeld befand. Die Sonnenscheibe zeigte im Negativ eine geringere Deckung als der sie umgebende Himmel, d. h. im Positiv strahlte die dunkle Sonne vom hellen Himmel herab. Nach lat. sol = Sonne wurde diese Erscheinung Solarisation genannt. Über die noch nicht endgültig geklärten Entstehungsursachen gibt es im wesentlichen zwei Theorien. Die Rebromierungs- oder Regressionstheorie besagt, daß bei der Entstehung des latenten Bildes durch Überbelichtung große Mengen an Halogen freigesetzt werden, die von der Gelatine der Emulsion nicht restlos aufgenommen werden können und deshalb mit bereits entwicklungsfähigen Silberkeimen eine Rückreaktion zum Silberhalogenid eingehen. Im Gegensatz dazu spricht die Koagulationstheorie von einer gravierenden Einschränkung der katalyti-schen Wirkung von Silberkeimen auf die Entwicklung durch deren übergroßes Anwachsen infolge einer hohen Belichtungsintensität. Solarisation wird mitunter irrtümlich mit dem Sabatier-Effekt (Pseudosolarisation) verwechselt.

 

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