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Drehkristallaufnahme

von W.H. und W.L. Bragg 1913 entwickeltes Verfahren der Röntgenstrukturanalayse, bei dem ein Einkristall um eine kristallographische Achse (z.B. um eine Achse, die parallel zu einer der Basisvektoren des Kristallgitters verläuft) gedreht und gleichzeitig ein monochromatisches Röntgenstrahlbündel meist senkrecht zur Drehachse eingestrahlt wird. Die schematische Darstellung des Beugungsvorganges mit Hilfe des reziproken Gitters und der Ewaldschen Ausbreitungskugel zeigt, dass bei einer derartigen Kristalljustierung die reziproken Gitterpunkte auf Ebenen senkrecht zur Drehachse liegen. Die Ebenen schneiden die Ausbreitungskugel in Parallelkreisen, so dass alle reflektierten Strahlen auf koaxialen Kegelmänteln liegen. Meist werden die Reflexe auf einem zylindrischen Film aufgezeichnet, dessen Achse mit der Drehachse zusammenfällt. Jeder dieser Kegelmäntel schneidet den zylindrischen Film auf einer Kreislinie; auf dem abgewickelten Film werden diese Kreislinien zu parallelen Geraden, den Schichtlinien, die alle Reflexe wiedergeben. Aus den Abständen der Schichtlinien voneinander erhält man Aufschluss über die Abmessung der Elementarzelle in Richtung der Drehachse. Zur Indizierung einer Drehkristallaufnahme wird ein sogenanntes Bernal-Netz verwendet, das es gestattet, jedem Reflex Zylinderkoordinaten r und f des ihm entsprechenden reziproken Gitterpunkts zuzuordnen. Die Indizierung ist jedoch meist nicht eindeutig. Dagegen lassen sich Schwenkaufnahmen, bei denen der Kristall nicht fortlaufend um seine Achse gedreht, sondern um diese Achse um einen bestimmten Winkel (z.B. 15°) hin und her geschwenkt wird, meist eindeutig indizieren. Schwenkaufnahmen werden häufig auch zum Justieren von Kristallen verwendet.

 

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