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Magnetschwebebahn

Spurgeführtes Verkehrsmittel, das im Gegensatz zum Rad-Schiene-System der Eisenbahn berührungslos vom Fahrweg geerzielen lassen. tragen und geführt sowie ebenfalls berührungsfrei angetrieben wird. Die deutsche Entwicklung trägt den Namen »Transrapid«. Als Antrieb dient ein sog. Langstator-Linearmotor, den man sich wie einen aufgeschnittenen und entlang des Fahrwegs abgerollten Elektromotor vorstellen kann. Statt eines magnetischen Drehfeldes erzeugt ein Linearmotor ein magn. Wanderfeld. Als Primärteil wird der im Fahrweg verlegte Langstator mit einer Wicklung für das Wanderfeld angesehen. Den Sekundär- oder Erregerteil bilden an beiden Seiten des Fahrzeugs bandartig angebrachte Elektroma-gnete. Zwischen diesen und dem Wanderfeld entsteht eine Schubkraft, die durch Veränderung von Stärke und Frequenz des Drehstroms (Wechselstrom) das Fahrzeug stufenlos bis auf Höchstgeschwindigkeit zu beschleunigen gestattet. Durch Umpolung des Magnetfeldes ändert sich die Schubrichtung, wodurch das Fahrzeug nicht nur rückwärts fahren, sondern auch berührungslos gebremst werden kann. Beim Transrapid dient die Wechselwirkung zwischen den Elektromagneten am Fahrzeug und den an der Unterseite des Fahrweges befestigten Langstatoren gleichzeitig zum Tragen des Fahrzeugs, das elektromagnetisch von unten bis auf 10 mm an den Fahrweg herangezogen wird. Auf ähnliche Weise übernehmen seitlich im Fahrzeug angeordnete Magnete die Spurführung. Das Fahrzeug »schwebt« an seinem Fahrweg entlang, wobei der in viele Abschnitte unterteilte Langstator vom Fahrzeug nur jeweils dort eingeschaltet wird, wo sich dieses gerade befindet. Der Transrapid kann Steigungen bis 10% überwinden und selbst mit Höchstgeschwindigkeit Kurvenradien von nicht größer als 4000 m »durchschweben«. Über 80% der Investitionskosten dieses Verkehrssystems verschlingt der Fahrweg, der zumeist auf Stützen verlegt wird. Seit 1983 werden auf einer Demonstrationsstrecke im Emsland praxisnahe Versuchsfahrten durchgeführt. Am 18. Dezember 1989 erzielte der Transrapid 07 mit 435 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord für Magnetschnellbahnen. Die erste öffentliche Strecke dürfte mit einer Länge von etwa 82 km die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf miteinander verbinden und in Essen Hbf enden; die Fahrzeit zwischen den Flughäfen soll 15 min betragen.

 

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