|
Magnetfeld
magnetisches Feld, das die magnetische Kraftwirkung beschreibende Feld, das
jedem Punkt des Raumes und jedem Zeitpunkt einen dreidimensionalen Vektor
zuordnet. Die Quellen des Magnetfeldes sind, anders als beim elektrischen Feld,
keine »magnetischen Ladungen« (Monopole), sondern bewegte elektrische Ladungen
bzw. zeitlich veränderliche elektrische Felder. Man sagt auch, das Magnetfeld
sei »quellenfrei« (Maxwell-Gleichungen). Als solche sind z.B. auch ungepaarte
Elektronen in der Atomhülle zu sehen, die auch Ampèrsche Molekularströme oder
Elementarmagnete genannt werden und die Quellen der Felder von magnetischen
Materialien wie den Ferromagnetika sind. Magnetfelder werden oft durch ihre
Feldlinien beschrieben, deren lokale Tangenten jeweils mit der Richtung der
Magnetfeldvektoren übereinstimmen (Magnetfeldlinien). Ein elektrisch geladenes
Teilchen, das sich durch ein Magnetfeld bewegt, erfährt eine senkrecht zur
Bewegungsrichtung und zum Feld wirkende Kraft, die Lorentz-Kraft. Dies führt
bei homogenem Magnetfeld zur Ausbildung von Kreis- oder Spiralbahnen.
Zur quantitativen Beschreibung des Magnetfeldes werden zwei
verschiedene Funktionen verwandt: Im Vakuum die magnetische Flussdichte (oder
magnetische Induktion) B, diese beschreibt die
räumliche Dichte des magnetischen Flusses F und hat die Einheit
Tesla (T). In Materie, wo zur magnetischen Flussdichte noch der Vektor der
Magnetisierung M hinzutritt, wird meist die
magnetische Feldstärke H mit der Einheit A / m
verwendet.
Die Messung von Magnetfeldern erfolgt u.a. durch Ausnutzung
des Drehmomentes, das ein Magnetfeld auf einen Probemagneten ausübt, anhand der
Änderung im spezifischen Widerstand, den einige Materialien im Magnetfeld
erfahren (Bismut, Indiumantimonid) oder mit Hilfe des Hall-Effekts bzw.
Quanten-Hall-Effekts; auf mikroskopischer Ebene auch durch Ausnutzung des
Zeeman-Effekts bei Kernresonanzuntersuchungen.
Die u.a. von M. Faraday und J.C. Maxwell entwickelte Theorie
des Elektromagnetismus hat gezeigt, dass Magnetfeld und elektrisches Feld zwei
Erscheinungsformen desselben physikalischen Phänomens sind; insbesondere bei
relativistischen Geschwindigkeiten wird statt ihrer der elektromagnetische
Feldstärketensor verwendet.
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
Diese Seite als Bookmark speichern :
|