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Mechanorezeption

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Irene Kramer-Schwenk

mechanische Sinne, Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Sinnen bei Organismen, insbesondere bei Tieren und beim Menschen, bei denen mechanische Verformungen und Krafteinwirkungen durch spezielle Strukturen (Mechanorezeptoren) zu Erregungen und schliesslich biologisch bedingten Reaktionen führen. Die wirksamen Kräfte können entweder von aussen durch Berührung, Erschütterung, Schwerkraft etc. oder durch die Aktivität des Organismus selbst (bei Bewegung, Muskelkontraktion etc.) bedingt sein. Zu den mechanischen Sinnen zählt man den Druck-, Tast-, Haut-, Gleichgewichts-, Dreh-, Vibrations- und Strömungssinn. Diese Unterteilung hängt von der Art des Reizes, der Funktion oder der Lage des Sinnesorgans ab. Nur bedingt zählt man auch den Gehörsinn zu den mechanischen Sinnen (Rezeption von Schallwellen durch Trommelfelle, die dann über Tympanalorgane bzw. andere weiterleitende Strukturen Mechanorezeptoren in Erregung versetzen). Der eigentliche Mechanorezeptor besteht aus vielen spezialisierten, hochempfindlichen Zellen, deren makromolekulare Membranstrukturen (z.B. in extrazelluläre Flüssigkeit gebettete Cilien) bei mechanischer Stimulation Aktionspotentiale generieren und an das Nervensystem weitergeben. Das den Mechanorezeptor enthaltene Sinnesorgan dient dazu, schwache Signale zu verstärken bzw. die empfindlichen Sinneszellen vor übermässigen Reizen zu schützen.

Die Leistungen der mechanischen Sinne, die bei allen Tieren und beim Menschen vorhanden sind, haben grosse Bedeutung für die Lebenstätigkeit - sowohl bei der Wahrnehmung der Umgebung (Registrierung der Berührung mit äusseren Körpern als auch deren Oberflächenbeschaffenheit und Grösse) als auch bei der Kontrolle des eigenen Körpers. Beeindruckend ist die Empfindlichkeit von verschiedenen Arten. So registrieren Schaben Vibrationen mit Amplituden bis zu 4 × 10-9 mm, die Empfindlichkeit der menschlichen Fingerspitze ist 400 000mal schwächer.

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