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Transactinoide

Kernphysik, die im Periodensystem der Elemente auf das letzte Actinoid 103Lr folgenden Elemente, beginnend mit 104Rf. Alle Atomkerne jenseits 209Bi sind instabil gegen Alphazerfall bzw. spontane Kernspaltung. Nur die langlebigen Isotope 232Th, 234U, 235U und 238U haben ausreichend lange Lebensdauern von 1,4 × 1010, 2,4 × 105, 7,0 × 108 und 4,5 × 109 Jahren und kommen natürlich vor. Transactinoide werden in hochenergetischen Kern-Kern-Stössen mittels Beschleunigung von Ionen erzeugt (synthetische Elemente). Ihr Nachweis erfolgt ereignisweise – bei dem Isotop 277112 wurden bisher ganze zwei Kerne bei einem Wirkungsquerschnitt von 1 pbarn und einer Lebensdauer um 300 ms nachgewiesen – über ihre radioaktive Strahlung (Alphazerfallsketten), die eine eindeutige Identifizierung des Ausgangsisotops erlaubt. Ihre chemischen Eigenschaften werden in schnellen, automatischen, mikrochemischen Verfahren höchster Empfindlichkeit mit chromatographischen Techniken in Gas- und Flüssigkeitsphasen ermittelt (Chromatographie). Dies ist bisher bis zum Element Bh (Bohrium) gelungen, wobei die Nachweisgrenze bei einzelnen Atomen liegt. Danach gehören die Elemente 104Rf, 105Db, 106Sg und 107Bh den Gruppen 4, 5, 6 und 7 des Periodensystems an, allerdings mit Abweichungen in den Details auf Grund starker relativistischer Korrekturen der Elektronenwellenfunktionen. Die Abb. zeigt einen Ausschnitt der Nuklidkarte mit den heute bekannten Transactinoiden.

Transactinoide

Transactinoide: Ausschnitt der Nuklidkarte für die schwersten heute bekannten, künstlich erzeugten Elemente.

 

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