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Korngrösse

durchschnittliche Grösse der Kristallite eines polykristallinen Materials, insbesondere bei Metallen, bei welchen die Kristallite auch als Körner bezeichnet werden. Die Korngrösse hängt stark von der Unterkühlung der Schmelze der Metalle und von ihrem Gehalt an Verunreinigungen ab. Bei nur geringer Unterkühlung kann die Kristallisationsgeschwindigkeit schon beträchtlich sein, während die Keimzahl noch klein ist. Dann entstehen grosse Körner, ein sogenanntes grobes Korn. Beimengungen können als Keime wirken und ausserdem das Kristallwachstum hemmen, fördern also im allgemeinen die Entstehung kleiner Körner, eines feinen Korns. Daher neigt z.B. reines Eisen stärker zur Grobkornbildung als Stahl mit einem - wenn auch nur geringen - Gehalt an Kohlenstoff.

Meistens ist ein feines Korn erwünscht, denn es sorgt für gleichmässigere Verteilung der Verunreinigungen, vollkommenere Isotropie, grössere Festigkeit, Härte, Zähigkeit und Kerbschlagarbeit. Seltener hat grobes Korn Vorteile, die in besserer Zerspanbarkeit von Kohlenstoffarmem Stahl, grösserer Durchhärtbarkeit und kleinerer Koerzitivkraft liegen. Die Korngrössenverteilungsanalyse, die Bestimmung der Korngrösse eines Materials, kann im Schliffbild ausgemessen und in Flächeneinheiten (mm2) angegeben werden. Üblich ist aber die Angabe der ASTM-Korngrösse (ASTM: American Society for Testing Materials): man vergleicht das Schliffbild mit der ASTM-Richtreihe stilisierter Korngrenzennetze der Grössen 1 (16 Körner / mm2) bis 8 (rund 200 Körner / mm2) in hundertfacher Vergrösserung. Die Korngrössen 1 ... 3 rechnen zum Grobkorn, die Grössen 6 ... 8 zum Feinkorn.

 

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