A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

 

Curie

1) Marie (Marya), geborene Sklodowska, französische Chemikerin und Physikerin polnischer Herkunft, Ehefrau (seit 1895) und Mitarbeiterin von P. Curie, Mutter von I. Joliot-Curie, *7.11.1867 Warschau, †4.7.1934 Sancellemoz (Schweiz); 1902 Lehrerin für Chemie und Physik an der École Normale Supérieure des Jeunes Filles in Sèvres bei Paris; 1906 Nachfolgerin ihres Mannes und (als erste Frau überhaupt) Professorin für Physik an der Sorbonne; 1914 Leiterin des dortigen Institut du Radium; 1922 als erste Frau in die Pariser Académie de Médecine aufgenommen; untersuchte während ihrer Doktorarbeit bei A.H. Becquerel die von ihm entdeckte (und von ihr so genannte) Radioaktivität und erkannte 1898 die Radioaktivität des Thoriums sowie in Zusammenarbeit mit ihrem Mann die radioaktiven Eigenschaften der von ihnen entdeckten Elemente Polonium und Radium (1898), die sie später (1902, mit A.L. Debierne) aus vielen Tonnen Pechblende in reinem Zustand isolierte; erhielt dafür 1903 zusammen mit P. Curie und A.H. Becquerel den Nobelpreis für Physik; erforschte die chemischen, physikalischen und biologischen Wirkungen der von den radioaktiven Elementen ausgehenden Strahlen und begründete damit die Radiochemie; leistete ferner Beiträge zur medizinischen Röntgenologie; für ihre radiochemischen Arbeiten, die Reindarstellung des Radiums und die Bestimmung seiner Eigenschaften erhielt sie 1911 zum zweiten Mal den Nobelpreis, dieses Mal für Chemie; bis heute wurden ihr damit als einziger Forscherin zwei Nobelpreise zuerkannt; nach ihr sind auch das Magnesium-Uran-Mineral Sklodowskit, nach ihr und ihrem Mann das Transuran Curium (Ordnungszahl 96) und die gesetzlich nicht mehr zulässige Einheit der Aktivität eines radioaktiven Strahlers (Curie) benannt.

2) Pierre, französischer Physiker, Ehemann (seit 1895) und Mitarbeiter von M. Curie, Vater von I. Joliot-Curie, *15.5.1859 Paris, †19.4.1906 Paris; 1885 Professor an der École de Physique et de Chimie in Paris, 1904 an der Sorbonne; 1905 Mitglied der Académie des Sciences; entdeckte 1880 bei den zusammen mit seinem Bruder Paul Jacques Curie durchgeführten Untersuchungen zur Kristallphysik die elektrischen Eigenschaften der Kristalle, insbesondere deren Piezoelektrizität, und erkannte, dass sich Piezokristalle durch Einwirkung elektrischer Felder deformieren lassen; grundlegende Arbeiten über Magnetismus, zu deren Untersuchung er eine empfindliche Torsionswaage konstruierte; fand 1894 die Temperaturunabhängigkeit des Diamagnetismus, entdeckte das Curie-Gesetz für den Paramagnetismus und beobachtete die bei der Curie-Temperatur erfolgende Umwandlung von Ferro- in Paramagnetismus; formulierte 1894 ein Prinzip über die Bedeutung der Symmetrie für physikalische Vorgänge, nach dem Ursache und Wirkung die gleiche Symmetrie aufweisen müssen; führte ab 1896 zusammen mit seiner Frau Untersuchungen zur Radioaktivität von Uranerzen (unter anderem Radium und Polonium) durch; studierte die Eigenschaften der radioaktiven Strahlen; bewies durch Ablenkversuche mittels Magnetfeldern, dass sie aus positiven, negativen und elektrisch neutralen Anteilen bestehen, und studierte ihre physiologischen Wirkungen; erhielt 1903 zusammen mit M. Curie und A.H. Becquerel den Nobelpreis für Physik.

3) Irène, Tochter vom M. und P. Curie, Joliot-Curie. [RS]

Curie

Curie, Marie

Curie

Curie, Pierre

(nach M. und P Curie), Einheitenzeichen Ci, nicht mehr anzuwendende Einheit der Aktivität eines Stoffes. Das Curie war zuletzt definiert als diejenige Menge eines radioaktiven Nuklids, in dem pro Sekunde 37 × 109 Zerfälle stattfinden. SI-Einheit ist das Becquerel: 1Ci = 3,7 × 1010Bq.

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Cunningham Imogen
Curie-Gesetz

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

Weitere Begriffe : Spin-Gitter-Relaxation | Retarder | Viertaktmotor

Übersicht | Themen | Unser Projekt | Grosse Persönlichkeiten der Technik | Impressum | Datenschutzbestimmungen