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Entmagnetisierung

Elektrodynamik und Elektrotechnik, 1) die Schwächung eines äusseren magnetischen Feldes Hext im Inneren eines magnetisierten Körpers analog zur Entelektrisierung. Diese Schwächung beruht auf dem magnetischen Dipolfeld, das von dem aus den atomaren Kreisströmen resultierenden Ampèrschen Oberflächenstrom hervorgerufen wird (Ampèrescher Strom). Das Dipolfeld ist, genau wie im elektrischen Fall das entelektrisierende Feld, dem äusseren Feld entgegengesetzt. Die Grösse der Entmagnetisierung wird mit dem Entmagnetisierungsfaktor N beschrieben, der durch M = cmHext/(1 + Ncm) definiert ist (cm magnetische Suszeptibilität). Das innere Feld beträgt demnach Hi = Hext - NM, der Feldanteil -NM heisst entmagnetisierendes Feld. In einem unendlich langen Stab tritt keine Entmagnetisierung auf (N = 0), da auch die Pole des entmagnetisierenden Feldes im Unendlichen verschwinden. Für eine Kugel ist N = 4p / 3. Wegen der Entmagnetisierung misst man in nicht geschlossenen magnetischen Kreisen nicht die wahre Magnetisierungskurve, sondern eine gemäss Hi = Hext-NM gescherte. In zwei- oder mehrphasigen Stoffen treten auch im Inneren freie Pole auf, die analog zu einer inneren Entmagnetisierung führen, welche den Verlauf der Magnetisierungskurve von Ferromagnetika in vielen Fällen wesentlich beeinflusst.

2) Abmagnetisierung, die Herstellung des vollständig entmagnetisierten Zustandes in Ferromagnetika. Diese verlieren aufgrund der Remanenz nach Abschalten des magnetisierenden Feldes ihre Magnetisierung nicht vollständig. Zur Entmagnetisierung wird z.B. ein Wechselfeld, dessen Amplitude stetig auf Null absinkt, eingesetzt. Zusätzlich wird die Probe auf Temperaturen oberhalb der Curie-Temperatur erhitzt und anschliessend im feldfreien Raum abgekühlt oder mechanisch erschüttert (bei magnetisch weichen Proben). Die verschiedenen Methoden führen zu nicht identischen entmagnetisierten Zuständen, die sich in ihrer Anfangssuszeptibilität und ihrem Magnetisierungsverlauf (Hysterese) sowohl untereinander als auch von der Neukurve unterscheiden.

3) adiabatische Entmagnetisierung, Verfahren zur Erzeugung und Messung tiefster Temperaturen (< 1 K) in der Tieftemperaturphysik.

 

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