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Kernemulsion

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Manfred Schönborn

photographisches Material zum Nachweis von Teilchenspuren. Analog zu handelsüblichen Filmen bestehen Kernemulsionen aus einem Gelatine-Substrat, in dem sich Silberhalogenide wie AgCl bzw. AgB mit einer typischen Korngrösse von 0,05-0,2 mm befinden. Die Schichtstärken liegen jedoch bei 1 mm (im Gegensatz zu 10 mm normaler Filme). Die freien Ladungsträger aus der Ionisation reduzieren die Silberhalogenide zu metallischem Silber. Entwicklung und Fixierung erfolgen ähnlich wie in der Photographie. Die Suche nach den Spuren wird dann mit Hilfe des Mikroskops oder eines CCD-Bildsensors vorgenommen. Kernemulsionen sind permanent sensitiv und besitzen eine hohe Ortsauflösung. Durch Übereinanderstapeln mehrerer Emulsionen, deren Schichtdicke jeweils bis zu einem Millimeter betragen kann, entstehen grosse empfindliche Volumina, in denen das eindringende Teilchen vollständig gestoppt und der spezifische Energieverlust bestimmt werden kann. Kernemulsionen werden zum Nachweis kosmischer Strahlung oder zur Spektrometrie schneller Neutronen eingesetzt.

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