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Meeresströmungen

überwiegend horizontaler Transport von Wassermassen im Meer. Man unterscheidet grossräumige stationäre Stromsysteme, die durch die Schubkraft des Windes an der Meeresoberfläche und durch Druckgradientenkräfte erzeugt werden, und zeitlich veränderliche, periodisch wechselnde Strömungen (Gezeiten). Der Verlauf der Meeresströmungen wird zusätzlich beeinflusst durch innere Reibungskräfte und die ablenkende Coriolis-Kraft sowie durch die Topographie des Meeresbodens und der Küsten.

Bei den Oberflächenströmungen findet man am Äquator zunächst die Passatstromregion mit ganzjährigen beständigen Strömungen in Richtung Westen, die von den Passatwinden angetrieben werden. Dazu gehören der Kanaren- und der Benguelastrom im Atlantik sowie der California- und der Humboldtstrom im Pazifik. Sie sind an den Osträndern der Ozeane zu finden (östliche Randströme) und strömen zuerst in Richtung des Äquators, von wo sie dann nach Westen abgelenkt werden. Zwischen den nördlichen und südlichen Passatströmen befinden sich die Äquatorialen Gegenströme, die nach Osten gerichtet sind und sehr hohe Geschwindigkeiten von bis zu 150 cm / s erreichen (Äquatoriales Strömungssystem). In der Monsunstromregion im Nordindischen Ozean kommt es zweimal jährlich zu einer Umkehrung der Stromrichtung zwischen Süd-West-Monsun im Sommer und Nord-Ost-Monsun im Winter (Monsun). Polwärts an die Passatstromregion angrenzend befindet sich die Region der Rossbreiten mit unbeständigen Meeresströmungen, die eine Übergangszone zur Westwinddriftregion darstellt. In dieser herrschen beständige, nach Osten gerichtete Winde, die auf der Südhemisphäre den ebenso ostwärts gerichteten Antarktischen Zirkumpolarstrom zur Folge haben. Auf der Nordhalbkugel sind dagegen zyklonale Stromwirbel zu finden mit starken Strömungen an der Westseite der Ozeane, dem Golfstrom im Atlantik und dem Kuroshio im Nordpazifik. In der Polarregion herrschen antizyklonale Strömungen vor.

Neben den Oberflächenströmungen gibt es entgegengesetzt gerichtete Unterströme, z.B. die Äquatorialen Unterströme in 50-100 m Tiefe (Äquatoriales Strömungssystem). Die thermohaline Zirkulation ist eine Zirkulation des Tiefenwassers, das hauptsächlich im Nordpolarmeer gebildet wird und in Äquatornähe wieder aufsteigt.

 

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