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Mixed Media-Technik

Begriff für die sog. Aktionskunst, die ihren Ursprung in den Anfängen des Dadaismus (1916) hat. Sie basiert auf dem Zusammenwirken verschiedenartiger Medien wie Malerei, Grafik, Film, Fotografie, Tanz und Musik. Protagonisten der Mixed Media-Technik vertreten die Ansicht, daß erst aus dem Zusammenwirken unterschiedlicher Medien ein universelles Kunsterlebnis entstehen kann, das den vielfältigen, auf den Menschen wirkenden geistigen, seelischen Einflüssen und Zuständen sowie den hieraus resultierenden »inneren« Erlebnissen (auch den unvorbereiteten oder improvisierten) gerecht werden kann. Die Mixed Media-Technik von heute wird vorwiegend von elektronischen und optischen Verfahren bestimmt, einem Gemisch aus Bildaufzeichnung, Bildumwandlung, Bildwiedergabe, untermalt von gesprochenem Wort, von Geräuschen und Musik. Film, Video, Fotografie, Musik, Sprache, Lautmalerei, das sind die Elemente neuer Mixed Media-Techniken. In diesen Bereich gehören beispielsweise die Audiovisions-und Multi-visionstechniken von Manfred P. Kage (geb. 1935), der bereits 1964 sein Audio-skop präsentierte, ein Gerät, das Musik in farbiger, elektroakustisch erzeugter Projektion sichtbar macht. Im Audio-skop wird Flüssigkeit auf einer Kunststoffmembran durch modifizierte’ Laut-sprechersysteme in Vibration versetzt und mit einer Xenon-Lampe, unter Verwendung einer veränderlichen Farbschlierenoptik, auf die Bildwand projiziert. Entsprechend den Schwingungen der Membran verändern sich die Strukturen und Farben, wodurch ästhetisch reizvolle, den Klängen und Melodien der Musik entsprechend sich ausbreitende oder im Rhythmus zuckende Farbmuster und Strukturen auf dem runden Projektionsfeld sichtbar werden. In Kages Multi Media-Konzerten, einer von ihm erfundenen Variante der Mixed Media-Technik, werden Multi-visionsschauen mit kinetischen Ereignissen wie Kristalloptik, Computerfilm und Laserstrahl gemischt, mitunter von eigens hierfür komponierten Synthesizer-Klängen untermalt. Ähnlich wirken die Video- und Synthesizer-Kompositionen des Amerikaners Ron Hays (geb. 1944), in denen bewegte abstrakte Farb-und Klangfiguren balletthaft mit klassischer Musik kombiniert sind. Sie wurden mit großem Erfolg auf der docu-menta ’77 in Kassel präsentiert.

 

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