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Nuklearmedizin

Zusammenfassender Begriff für diagnostische und therapeutische Verfahren, bei denen man sich die Strahlung radioaktiver (Radioaktivität) Isotope zunutze macht. Eine Domäne der N. ist die dynamische und funktionelle Analyse des Stoffwechsels, weil man radioaktive Substanzen in die Stoffwechselwege einschleusen und mit geeigneten Detektoren, wie Szintillationszählern (in denen auftreffende Strahlung auf fluoreszierenden (Fluoreszenz) Substanzen Lichtblitze erzeugt), verfolgen kann. Die Behandlung von Krankheiten mit ionisierenden Strahlen (Ionisierende Strahlung) gehört zur sog. Strahlentherapie, die vor allem gegen den Krebs eingesetzt wird. Ziel ist dabei, den Tod der Tumorzellen herbeizuführen und das gesunde Gewebe in ihrer Umgebung so gut es geht zu schonen. Zur Anwendung kommen vorwiegend Gammastrahlen (Ionisierende Strahlung), emittiert von Kobalt60 oder Cäsium137 (Kobalt, Cäsium). Medizinische Physik, Medizintechnik, der Bereich in der Medizin, in dem Radiopharmazeutika zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen eingesetzt werden. Im diagnostischen Bereich werden g-strahlende Substanzen in den Körper des Patienten eingebracht, deren Strahlung von aussen detektiert wird. Man erhält so ein Bild der Verteilung des radioaktiven Stoffes im Körper und hat dadurch die Möglichkeit, die Funktion von Organen zu erfassen. Durch die Verwendung von mar-kierten Verbindungen, die am Stoffwechsel beteiligt sind, und deren Beobachtung im zeitlichen Verlauf können biochemische Funktionen des Körpers bestimmt werden. Die Detektion geschieht in der Regel mit einer Gammakamera, welche die Darstellung der räumlichen Verteilung in Form eines Szintigramms (Szintigraphie) ermöglicht. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Projektionsaufnahme. Jüngere Verfahren, wie die Einzelphotonen-Emissionstomographie (SPECT) und die Positronen-Emissionstomographie (PET) hingegen ermöglichen die Aufnahme von Schnittbildern und die 3-dimensionale Darstellung der Verteilung des Radiopharmazeutikums. Ein grosser Anwendungsbereich von Radiopharmaka in der Therapie ist der Einsatz der Radioiodtherapie bei Schilddrüsenerkrankungen. Hier macht man sich die organspezifische Anreicherung des Iodisotops (131I) für eine selektive Strahlenwirkung auf das Schilddrüsengewebe zunutze. Das radioaktive Iod wird in Form von Natriumiodid in Wasser oder in Kapseln verabreicht. Weitere wichtige Einsatzgebiete sind die Behandlung von Knochenmetastasen und die intrakavitäre Therapie zur Behandlung von Tumoren.

 

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