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Fluoreszenz
Eine Erscheinungsform von Lumineszenz, die bei gewissen festen Körpern, Flüssigkeiten und Gasen dann auftritt, wenn sie von elektromagnetischer Strahlung getroffen werden. Dann wird Licht emittiert, das nach Wegfall der »Anregung« mehr oder weniger schnell wieder erlischt. Sind die »Abklingzeiten« (Abklingen) relativ lang, spricht man von »Phosphoreszenz«. Die F. ist das in Leuchtstofflampen genutzte physik. Phänomen.
neben der
Phosphoreszenz eine der Leuchterscheinungen, die unter dem Begriff Lumineszenz
zusammengefasst werden. Im Gegensatz zur Phosphoreszenz erlischt die Fluoreszenz
gleichzeitig mit der Bestrahlung oder kurze Zeit später und zeigt ein schnelles
(10-8 s) und dem Exponentialgesetz folgendes
Abklingverhalten. Die Fluoreszenz wurde 1851 von Stokes am Flussspat
(Fluorcalcium) beobachtet und folgt der Stokesschen Regel, wonach die
emittierte Strahlung nicht kurzwelliger, also energiereicher, als die
eingestrahlte sein kann. Die Fluoreszenz ist eine charakteristische
Leuchterscheinung bei festen Körpern, Flüssigkeiten und Gasen während der
Bestrahlung mit Licht-, Röntgen- oder Teilchenstrahlung. Neben organischen und
anorganischen Flüssigkeiten zeigen feste Körper aus Salzen der seltenen Erden
und Materialien wie Rubin und Saphir, die in Lasern als aktive Medien
eingesetzt werden, Fluoreszenz. Eingehend untersucht sind die Gase und hierbei
besonders der Ioddampf. Atomtheoretisch lässt sich der Vorgang so erklären, dass
ein Atom oder Molekül durch eine eingestrahlte Lichtwelle einer bestimmten
Wellenlänge aus seinem Grundzustand in einen angeregten gehoben wird und unter
Aussendung von monochromatischem Licht der gleichen Wellenlänge in alle
Raumrichtungen in den Grundzustand relaxiert (Rayleigh-Linie). Viele Gase
zeigen diese einfachste Form der Fluoreszenz, die sogenannte
Resonanzfluoreszenz. Bei Bestrahlung mit einer kontinuierlichen Quelle können
die Atome oder Moleküle auch auf höhere angeregte Zustände gehoben werden, aus
denen sie auf einen weniger angeregten Zustand unter Aussendung von
langwelligerem Licht mit geringerer Energie zurückkehren (Stokes-Linie). Der
Energieverlust kann auftreten, wenn während der Lebensdauer des angeregten
Zustandes ein gaskinetischer Zusammenstoss erfolgt, der die Anregungsenergie
teilweise oder ganz abführt. Diese Energie kann in kinetische Energie
umgewandelt oder vom Stosspartner aufgenommen und anschliessend emittiert werden
(Prinzip des Helium-Neon-Lasers). In Festkörpern kann die Emission gegenüber
der Absorption zu kleineren Wellenlängen hin verschoben sein, da die Energie
durch die Kopplung an die Umgebung in Form von Phononenenergie abgegeben wird.
Neben den absorbierten Frequenzen können auch Kombinationen von Linien
auftreten, und das Fluoreszenzspektrum besteht dann aus vielen dicht
beieinander liegenden Spektrallinien. Wird dem fluoreszierenden Atom Energie in
Form von Wärme oder durch Stösse mit anderen Atomen zugeführt, so kann es zu
einer Emmision von Licht mit einer kleineren Wellenlänge (höherer Energie)
gegenüber der absorbierten Wellenlänge kommen (Anti-Stokes-Linien). Bei
Molekülen kann die gesamte absorbierte Energie in Schwingungs- und
Rotationsenergie umgewandelt werden. Die Quantenausbeute der Fluoreszenz ist in
allen Fällen kleiner eins, und die Fluoreszenzbande ist gegenüber der
Absorptionsbande rotverschoben (Stokes-Verschiebung), d.h. sie ist
energieärmer. [KB2, SW]
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