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Tunneleffekt
Quantenmechanische (Quantenmechanik) Erscheinung, bei der Teilchen (Elementarteilchenphysik), deren Energie eigentlich nicht ausreicht, einen bestimmten »Potentialwall« zu durchdringen, dieses doch vermögen, indem sie ihn »durchtunneln«. DerT. bietet eine Erklärung des Alphazerfalls (Ionisierende Strahlung) sowie der Leitung von Elektronen an Kontaktstellen, wo durch Oxidation »Potentialschwellen« entstehen.
In der Elektronik:
Transportmechanismus von Ladungsträgern, bei dem die Ladungsträger eine Potentialbarriere passieren können, ohne nach der klassischen Physik genügend Energie zu besitzen (Bändermodell). Der T. ist ein quantenmechanisch erklärbares Phänomen, das sich damit veranschaulichen läßt, daß die Elektronen neben den Teilcheneigenschaften auch Wellencharakter haben, der sich mit der sog. Wellenfunktion mathematisch beschreiben läßt. Betrachtet man das Elektron als Welle, so wird bei Auftreffen der Welle auf die Potentialbarriere der größte Teil der Welle reflektiert, ein Teil dringt jedoch ein, wird dort gedämpft und gelangt bei entsprechend geringer Dicke auf die andere Seite der Potentialbarriere.
Kernphysik, mit den
Gesetzen der klassischen Physik nicht zu erklärende quantenmechanische
Erscheinung, bei der ein Durchgang eines Teilchens durch einen Potentialwall
auch dann erfolgen kann, wenn die kinetische Energie dieses Teilchens geringer
ist als die Höhe der Barriere.
Die quantenmechanische Behandlung des Tunneleffekts geht von
der eindimensionalen stationären Schrödinger-Gleichung für die Wellenfunktion aus und bestimmt den Durchlasskoeffizienten D als das Verhältnis der durchgelassenen Intensität zur Intensität der einlaufenden Welle. Bei
beliebigem Potentialverlauf ergibt sich genähert für 

speziell im Fall eines symmetrischen rechteckigen
Potentialwalls der Breite gilt ohne weitere Einschränkungen

mit und . Der
Durchlasskoeffizient nimmt also mit wachsender Breite a
und Verringerung der Energie E rasch ab. Der
Tunneleffekt wurde erstmals 1928 im Zusammenhang mit dem Alphazerfall der
Atomkerne von G. Gamow diskutiert; er ermöglicht weiterhin die Erklärung der
spontanen Kernspaltung, der Feldemission von Elektronen aus Metalloberflächen
und der Elektronenleitung an Kontaktstellen, bei denen infolge der
oberflächlichen Oxidation ebenfalls Potentialschwellen auftreten. Ein Spezialfall
von letzterem stellen die Tunneleffekte in Supraleitern dar, eine wichtige
Anwendung des Tunneleffekts ist die Rastertunnelmikroskopie.

Tunneleffekt: Einlaufende, reflektierte und getunnelte Welle.
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