A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

 

Franck

Biographien, James, deutsch-amerikanischer Physiker, *26.8.1882 Hamburg, †21.5.1964 Göttingen. Schulbesuch in Hamburg, Gymnasium. Studium in Heidelberg, Berlin bei E. Warburg, P. Drude, Promotion 1906, Habilitation 1911, Heirat mit Ingrid Josephson, zwei Töchter, 1946 Heirat mit Hertha Sponer. Franck nahm am ersten Weltkrieg teil, wurde 1916 in Berlin Professor und Abteilungsleiter im Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie u. Elektrochemie in Berlin-Dahlem, 192l ordentlicher Professor und Institutsdirektor in Göttingen. 1933 legte er aus Protest gegen die antijüdischen nationalsozialistischen Gesetze seine Ämter nieder. Es folgte eine Gastprofessur in den USA, 1934 ging er nach Kopenhagen in das Institut von Niels Bohr. Ab 1935 war Franck Professor an der John-Hopkins-Universität, Baltimore, ab 1938 bis 1947 an der Universität Chicago erhielt er eine Professur für Physikalische Chemie. 1941 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger. Franck arbeitete am Manhattan-Projekt im metallurgischen Labor mit. Nach 1947 war er Professor emeritus in Chicago.

Franck wurde vielfach wissenschaftlich ausgezeichnet. 1925 erhielt er gemeinsam mit G. Hertz den Nobelpreis für Physik, 1951 die Max-Planck-Medaille, 1955 die Rumford-Medaille der Amerikanischen Akademie, Boston. Zudem erfolgten zahlreiche andere Ehrungen; Franck war Mitglied vieler Akademien.

Das wissenschaftliche Werk beginnt mit der Dissertation über die Beweglichkeit von Ionen und einer selbstständigen Vertiefung des Themas. Franck wies die Existenz freier Elektronen in Gasen und elastischer Stösse von Elektronen in Gasen nach. Mit G. Hertz unternahm er 1911 Versuche über die Wechselwirkung langsamer Elektronen mit Quecksilberdampf (Franck-Hertz-Versuch). Sie beobachteten unelastische Stösse mit Energieverlust bei 4,9 V und die Emission der Hg-Linie bei l = 2536 Å. Sie berechneten daraus das Plancksche Wirkungsquantum h und glaubten, das Ionisationspotential gefunden zu haben. Erst Bohrs Atommodell ermöglichte die richtige Zuordnung zur ersten Anregungsstufe. Mit F. Reich, P. Knipping u. W. Grotrian entdeckte Franck den »metastabilen« Zustand. Es folgten Untersuchungen von Bandenspektren, Intensitätsregeln, Bestimmung der Dissoziationsenergie, der Nachweis der Stösse zweiter Art und der Molekülbildung durch Dreierstösse, Aufstellung des Franck-Condon-Prinzips, Arbeiten zur sensibilisierten FIuoreszenz, Photodissoziation, Predissoziation, zum physikalischen Problem der Photosynthese, hier insbesondere zum Lichtquantenbedarf bei der Primärreaktion H20 + C02. Abweichend von den Vorstellungen vieler Biochemiker nahm Franck einen grösseren Lichtquantenbedarf von sechs bis acht Quanten an.

Nach der Kapitulation Deutschlands formulierten Franck und Mitarbeiter des Metallurgical Projects ein Memorandum über die Konsequenzen des Einsatzes der Atombombe auf die amerikanische Politik, den Franck Report. Obwohl Franck die Ausarbeitung selbst nach Washington brachte, wurden die wohlbegründeten Warnungen nicht beachtet. [JL]

 

Literatur:
Heinrich Kuhn: James Franck 1882-1964; Biogrl. Mem. Fell. Roy. Soc. 11(1965);
James Franck und Gustav Hertz: Die Elektronenstossversuche (Dokumente der Naturwissenschaften Bd. 9) München 1967.

Franck

Franck, James

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Francium
Franck-Condon-Prinzip

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

Weitere Begriffe : On-Line-Betrieb | Verwackeln | Callendar

Übersicht | Themen | Unser Projekt | Grosse Persönlichkeiten der Technik | Impressum | Datenschutzbestimmungen