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Materie
grundlegender
physikalischer Begriff (neben seiner Bedeutung für die Philosophie und die
anderen Naturwissenschaften), der im Laufe der Physikgeschichte unterschiedliche
Interpretationen erfuhr. Im Weltbild der klassischen Physik ist Materie eine
von der Energie abgegrenzte mess- und berechenbare Grösse, der Newtons
Unterscheidung der trägen und schweren Masse materieller Körper zugrunde liegt.
In der Speziellen Relativitätstheorie muss der Materiebegriff durch die
Erkenntnis der endlichen Lichtgeschwindigkeit in der Elektrodynamik revidiert
werden; insbesondere stellen sich Masse und Energie als äquivalent heraus
(Masse-Energie-Äquivalenz). Die Äquivalenz von träger und schwerer Masse
(Äquivalenzprinzip) wird zur Grundlage der Allgemeinen Relativitätstheorie.
Der Materiebegriff der Quantenmechanik unterscheidet sich
durch den Welle-Teilchen-Dualismus, die Heisenbergsche Unschärferelation und
das Superpositionsprinzip wesentlich von der klassischen Mechanik, und eine
realistische Deutung der Quantenmechanik muss gewohnte Vorstellungen der Materie
aus der klassischen Physik aufgeben (Quantenmechanik und ihre
Interpretationen). In den Quantenfeldtheorien wird der Begriff des
Materiefeldes eingeführt, mit dem die Wechselwirkungen von Elementarteilchen
beschrieben werden (Standardmodell der Elementarteilchen).
Die Thermodynamik des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich mit
Materie zunächst unter dem Blickwinkel der Wärmelehre und leitete aus der
Äquivalenz von Wärme und Arbeit die beiden Hauptsätze der Thermodynamik ab. Der
statistische Zugang L. Boltzmanns untersucht die Entstehung von Ordnung im
thermischen Gleichgewicht. Die moderne Thermodynamik des Nichtgleichgewichts liefert
den Ansatz für die Erklärung von Selbtsorganisationsformen der Materie.
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