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Welle-Teilchen-Dualismus
Quantenmechanik,
die Tatsache, dass Materie je nach den Versuchsbedingungen als Welle (Feld) oder
Teilchen (Korpuskel) in Erscheinung tritt. Der Dualismus des Lichtes wurde 1905
von A. Einstein mit seiner Erklärung des Photoeffekts durch korpuskulare
Materie konstatiert, nachdem über hundert Jahre die Welleninterpretation des
Lichtes dominierte. Sie schien insbesondere seit dem Existenznachweis der
elektromagnetischen Wellen von H. Hertz unantastbar. Weitere Beweise für den
Welle-Teilchen-Dualismus lieferten der Compton-Effekt (1925) und die
punktförmige Schwärzung einer Photoplatte durch Lichtblitze geringster
Intensität. Der analoge Welle-Teilchen-Dualismus für Materie (mit von Null
verschiedener Ruhemasse) wurde zunächst von de Broglie postuliert
(De-Broglie-Welle) und dann durch die Elektronenbeugung glänzend bestätigt (Davisson
und Germer, 1927). Der Welle-Teilchen-Dualismus favorisiert die komplementäre
Beschreibung als angemessene Beschreibung von Wellen und Korpuskeln.
Mit Hilfe des Rastertunnelmikroskops lassen sich heutzutage
Atome oder Moleküle in kleinsten Strukturen anordnen, in denen der
Experimentator mit Elektronenwellen fast wie mit Wasserwellen »spielen« kann.
So setzten Forscher des IBM-Labors in San Jose auf einer Kupferoberfläche ein
einzelnes Kobaltatom in den einen Brennpunkt einer elliptischen Kette von Atomen
und beobachteten im anderen Brennpunkt ein originalgetreues Abbild der
elektronischen Signatur des Kobaltatoms, eine sog. »Quanten-Fata-Morgana.«
(siehe Abb.).

Welle-Teilchen-Dualismus: Forschern der IBM Research Division
in San Jose gelang die Entdeckung einer »Quanten-Fata-Morgana«: Mit einem
Rastertunnelmikroskop ordneten sie auf einer Kupferoberfläche einen
elliptischen Ring aus Kobaltatomen an, der die oberflächennahen Elektronen
»einzäunt«; dabei entsteht ein Wellenmuster (a). Form und Grösse der Ellipse
definieren den Quantenzustand der Elektronen; hier ist er so gewählt, dass die
Elektronendichte in den Brennpunkten besonders gross ist. Wird nun in den einen
Brennpunkt ein Kobaltatom plaziert, zeigen die Elektronen im anderen Brennpunkt
dieselben Eigenschaftem, so als ob auch dort ein Kobaltatom sitzen würde (b).
Wird das Kobaltatom allerdings nicht in den Brennpunkt gesetzt, tritt das
Phänomen nicht auf (c). (Mit freundlicher Genehmigung von IBM Research, Almaden
Research Center)
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