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Mechanik
Lehre von der Bewegung der Körper unter dem Einfluß von Kräften. Die Kinematik, die nur die Bewegungen ohne Krafteinwirkung untersucht, gehört nicht zur M. , im Gegensatz zur Dynamik, die sich mit Kräften und Bewegungen befaßt. Die Statik beschäftigt sich mit Kräften im Gleichgewicht. Die klassische M. ist die Newtonsche (Newton) Mechanik, die auf den Newtonschen Axiomen basiert. 1. Trägheitsgesetz: Jeder Körper beharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen, geradlinigen Bewegung, solange er nicht durch äußere Kräfte gezwungen wird, diesen Zustand zu ändern. 2. Dynamisches Grundgesetz: Die Beschleunigung eines Körpers ist der einwirkenden Kraft proportional und ihr gleichgerichtet. 3. Wechselwirkungsgesetz: Die von zwei Körpern aufeinander ausgeübten Kräfte (Wirkung und Gegenwirkung) sind gleich groß und entgegengerichtet. 4. Superpositionsprinzip: Zwei am gleichen Massepunkt angreifende Kräfte addieren sich wie Vektoren. Die Hydrom. untersucht in der Hydrostatik ruhende, in der Hydrodynamik strömende Flüssigkeiten. Entsprechendes gilt für die M. der Gase, die zwischen Aerostatik und Aerodynamik unterscheidet. An die Stelle der klassischen M. tritt für sehr große Geschwindigkeiten die relativistische M. , im atomaren Bereich die Quantenmechanik.
die Lehre von
den Bewegungen und den Kräften, die Bewegungen hervorrufen oder miteinander im
Gleichgewicht stehen. Grundsätzlich wird die klassische Mechanik in die drei
Gebiete Kinematik, Dynamik und Statik eingeteilt. Die Kinematik behandelt die
reinen Bewegungsvorgänge, ohne ihre Entstehung zu berücksichtigen. Sie
untersucht und beschreibt alle denkbaren Bewegungen, die Bahnkurven,
Geschwindigkeiten, Beschleunigungen usw. vom geometrischen Standpunkt aus. Die
Dynamik behandelt die Bewegungsvorgänge im Zusammenhang mit den sie
verursachenden Kräften. Die allgemeine Dynamik stellt die allgemeinen
Bewegungsgesetze und Prinzipien auf, während die spezielle Dynamik sich mit den
einzelnen Problemen beschäftigt. Die Statik ist die Lehre von der
Zusammensetzung der Kräfte und ihrer Äquivalenz. Ihre Ergebnisse werden vor
allem auf Gleichgewichtsprobleme angewandt, können aber auch bei
Bewegungsproblemen benutzt werden.
Wie die gesamte Physik lässt sich auch die Mechanik in einen
theoretischen (Analytische Mechanik) und einen experimentellen Teil einteilen.
Die theoretische Mechanik basiert auf der Mechanik eines einzelnen
Massenpunktes, der Punktmechanik. Darauf baut sich die Behandlung von Systemen
von Massenpunkten und des starren Körpers auf. Ein wichtiges Spezialgebiet der
starren Körper ist die Kreiseltheorie (Kreisel). Ebenfalls zu der Mechanik von
Massenpunkten gehört die Himmelsmechanik, da die Himmelskörper in fast allen
Fällen als Massenpunkte angesehen werden. Zusammenfassend kann man die
erwähnten Gebiete der theoretischen Mechanik als Mechanik der Systeme mit
endlich vielen Freiheitsgraden bezeichnen. Ihre Lösungen sind die Lösungen von
gewöhnlichen Differentialgleichungen.
Die Mechanik der Systeme mit unendlich vielen Freiheitsgraden
ist die Kontinuumsmechanik. Zur Lösung der Bewegungsgleichungen treten an die
Stelle der gewöhnlichen die partiellen Differentialgleichungen sowie Methoden
der Vektoranalysis und der Tensoranalysis. Unter dem Oberbegriff der Kontinua
werden die deformierbaren Körper und die flüssigen und gasförmigen Medien
zusammengefasst; Flüssigkeiten behandelt die Hydromechanik, Gase die
Aeromechanik.
Die Spezielle Relativitätstheorie zeigt, dass die gesamte
klassische Mechanik ein Grenzfall der relativistischen Mechanik ist, sofern die
betrachteten Geschwindigkeiten klein sind im Vergleich zur
Lichtgeschwindigkeit. Die andere Grenze der klassischen Mechanik findet man,
wenn man sich in atomaren Bereichen bewegt und damit die vorkommenden Wirkungen
in der Grössenordung des Planckschen Wirkungsquantums liegen. Auf dieser
Grössenskala gelten die Gesetze der Wellenmechanik bzw. der Quantenmechanik.
Historisch reicht die Mechanik bis ins Altertum zu Archimedes
zurück. Ihre eigentliche Begründung ist neben Galilei, Descartes und Huygens
vor allem Newton zu verdanken, dessen Newtonsche Axiome auch heute noch das am
besten geeignete Fundament der klassischen Mechanik darstellen. Die
Beherrschung der Planetenbewegung durch mechanische Gesetze, die Newton mit
Hilfe seines Gravitationsgesetzes zeigen konnte, war für die weitere Physik von
grosser Bedeutung und machte die Mechanik zum Vorbild einer exakten
Naturwissenschaft. Die an Newton anschliessende Ausbildung der Mechanik zeigte
solche Erfolge, dass Lagrange bereits 1788 mit seiner »Mécanique analytique«
eine umfassende Darstellung der Mechanik geben konnte, die in formaler
Vollendung und mathematischer Durcharbeitung einen grossen Teil des
Gedankengutes der heutigen Mechanik enthält.
Mit der in der Lagrangeschen Mechanik eingeführten Lagrange-Funktion,
die ausser von der Zeit nur von verallgemeinerten Koordinaten und
Geschwindigkeiten abhängt, lassen sich Probleme mit Zwangsbedingungen
behandeln. Eine weitere Möglichkeit der Beschreibung eines mechanischen
Zustands ist die Verwendung von verallgemeinerten Koordinaten und Impulsen, wie
es in der Hamiltonschen Mechanik der Fall ist. Der Übergang von dem einen Satz
unabhängiger Koordinaten zum anderen ist immer durch eine
Legendre-Transformation möglich.
Eine Gesamtheit von sehr vielen freien Partikeln, die sich
ungeordnet bewegen, lässt sich praktisch nur mit Methoden der statistischen
Mechanik behandeln, da die Anfangsbedingungen, d.h. Lage und Geschwindigkeit,
zur Lösung der Bewegungsgleichungen für jedes einzelne Partikel nicht exakt
bekannt sind. Man verzichtet deshalb darauf, die Bewegung eines jeden Partikels
zu verfolgen, und legt sein Augenmerk auf die durchschnittliche Bewegung und
die Streuung um die Durchschnittswerte. Diese Verteilung um Mittelwerte
bestimmt das makroskopische Verhalten der Gesamtheit, also Temperatur, Druck,
spezifisches Volumen, mit deren Hilfe die Thermodynamik das Verhalten
derartiger Systeme beschreibt. Die statistische Mechanik ist also ein
vollständiger Ersatz für die Thermodynamik. Die geschichtliche Entwicklung der
statistischen Mechanik ist verknüpft mit den Namen Clausius, Maxwell, Boltzmann
und Gibbs. Insbesondere das von Boltzmann entwickelte H-Theorem ist das
Ergebnis der Bemühungen, eine mechanische Erklärung für die Gesetze der
Thermodynamik zu finden, führt es doch den Begriff der Entropie auf die durch
die Gesetze der Mechanik bestimmten Bewegungen der Gasmoleküle zurück. Erst die
Quantenmechanik allerdings konnte die Voraussetzung der statistischen Mechanik,
die Bewegung der Atome und Moleküle, richtig beschreiben. So bestehen die
Schwierigkeiten der für die statistische Mechanik fundamental wichtigen
Ergodenhypothese auf quantentheoretischer Grundlage nicht, während sie für die
klassisch-mechanischen Gesetze nur mit sehr künstlichen Annahmen zu überwinden
sind.
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