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Meteorite
interplanetare Kleinkörper, oder Teile eines solchen Körpers, die beim
Eindringen in die Erdatmosphäre nicht vollständig zerstört wurden, sondern bis
zur Erdoberfläche gelangen. Solange sich dieser Körper noch im freien Weltraum
befindet, wird er als Meteoroid bezeichnet. Nach dem Eindringen in die
Atmosphäre erzeugen die Körper Meteore. Meteorite lassen sich nach
unterschiedlichen Kriterien einteilen. Nach der Fundsituation unterscheidet man
in Fälle und Funde. Nach Herkunft und mineralogischer Vorgeschichte
unterscheidet man differenzierte Meteorite und undifferenzierte Meteorite. Nach
dem Mineraliengehalt unterschiedet man schliesslich noch Steinmeteorite,
Eisenmeteorite sowie Steineisenmeteorite.
Bei den sogenannten Fällen handelt es sich um Meteorite, deren
Fall durch die Erdatmosphäre beobachtet werden konnte und die bald darauf
geborgen wurden, so dass diese Meteorite kaum verwitterten. Funde hingegen sind
unterschiedlich stark verwittert und daher äusserlich nur schwer von irdischem
Material zu unterscheiden. Ein Grossteil der Meteoritenfunde wurde in der
Antarktis gemacht, wo die Meteorite - im Eis eingeschlossen - weitgehend vor
der Verwitterung geschützt blieben. Differenzierte Meteorite zeigen Anzeichen
einer Anreicherung bzw. Verarmung von Elementen im Vergleich zur solaren
Elementhäufigkeit, während undifferenzierte Meteorite die solaren Häufigkeiten
widerspiegeln. Den Hauptanteil der undifferenzierten Meteorite machen die
sogenannten Chondrite aus, die eine sehr feinkörnige Gesteinsstruktur
aufweisen, in die runde oder ellipsoide Gesteinströpfchen von etwa ein
Millimeter Durchmesser, die sog. Chondren, eingeschlossen sind. Sie besassen
früher einmal Glasstruktur, kristallisierten aber im Lauf der Zeit aus und
bestehen aus Mineralien mit hohem Schmelzpunkt, wie etwa Olivin. Die Chondren
sind in eine überwiegend silikatische Grundmasse mit niedrigem Schmelzpunkt
eingelagert, die auch hohe Mengen von Nickeleisen und anderen Mineralien
enthalten kann. Die Chondren können bis zu 70 % Prozent der Gesamtmasse des
Meteoriten ausmachen. Zu den differenzierten Meteoriten gehören auch die
silikatischen Achondrite, Steinmeteorite die keine Chondren enthalten und deren
Struktur erkennen lässt, dass sie aus einer Schmelze auskristallisierten und
dabei einen mineralogischen Differenzierungsprozess durchmachten. Manche
Achondrite erinnern in ihrem Gefüge und ihrem Mineralbestand an irdischen
Basalt. Ebenfalls zu den differenzierten Meteoriten zählen die Eisenmeteorite,
die aus einer Nickel-Eisen-Legierung bestehen. Eine Mittelstellung zwischen
Stein- und Eisenmeteoriten nehmen die Steineisenmeteorite ein, die ebenfalls zu
den differenzierten Meteoriten zählen und die in einer Schmelze entstanden. In
ihnen fand aber keine vollständige Stofftrennung in spezifisch leichte Gesteine
und schwere Metalle statt.
Nahezu drei Viertel der etwa 10 000 bekannten Meteorite zählen
zu den in der Antarktis gemachten Funden, während sich der Rest in etwa 900
Fälle und etwa 1 700 weltweit gemachte Funde aufteilt.
Jährlich fallen etwa 1 000 grössere Meteorite auf die Erde, von
denen jedoch wegen der Unterteilung in Wasser und Land, sowie der
Beobachtungssituation nur etwa ein Prozent geborgen werden können. Die Grösse
der bekannten Meteorite reicht von wenigen Zentimetern bis zu einigen Metern,
ihre Massen schwanken zwischen einigen Gramm und 60 t. Während die kleinsten
Meteorite keinerlei Schäden anrichten, haben grosse Meteorite deutliche Spuren
auf der Erde hinterlassen. So verursachte vor etwa 15 Millionen Jahren ein
Meteorit von etwa 109
t Masse das Nördlinger Ries, ein Meteoritenkrater von etwa 20 km Durchmesser.
Vor 25 000 bis 50 000 Jahren erzeugte ein Eisenmeteorit mit einem Durchmesser
von 25 m und einer Masse von etwa 2 Mio. Tonnen den Barringer-Krater in
Arizona, der einen Durchmesser von 1 260 m besitzt. Die meisten Meteorite
zerplatzen jedoch in der Erdatmosphäre, wobei nur die grösseren, die in tiefere
Atmosphärenschichten vordringen können, auch eine Druckwelle erzeugen, die am
Boden spürbar ist, wie etwa der 1908 in Sibirien niedergegangene Meteorit, der
in einem Gebiet von der Grösse Berlins den Wald niederlegte, aber nur wenige
Krater von einigen Metern Durchmesser hinterliess. Für einige wenige Meteoriten
konnten heliozentrische Bahnen bestimmt werden, die denjenigen von
erdbahnkreuzenden Planetoiden ähneln. Beobachtungen von Satelliten zeigten, dass
jedes Jahr etwa ein grösserer Meteorit in die Erdatmosphäre eintritt und bei
seiner Zerstörung in etwa 30-10 km Höhe dieselbe Energie freisetzt wie eine
kleinere Atombombe, ohne dass am Boden Auswirkungen zu erkennen sind. Nur etwa
alle 300 000 Jahre trifft statistisch gesehen ein Objekt wie dasjenige, das den
Barringer Krater verursachte, den Erdboden und nur etwa alle 30 Millionen Jahre
wird die Erde von einem Meteoriten getroffen wie demjenigen, der das Nördlinger
Ries erzeugte.
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