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Kernfusion

Gilt für die ferne Zukunft als eine Alternative zur Gewinnung von Wärme und elektrischer Energie. Voraussetzung ist, daß es gelingt, in einem »Fusionsreaktor« ein Plasma aus Wasserstoffgas auf etwa 100 Mill. °C aufzuheizen und eine gewisse Zeitlang mit Hilfe von Magnetfeldern einzuschließen. Unter solchen Bedingungen soll es zur K. und deren Aufrechterhaltung kommen, sofern genügend Brennstoff nachgeliefert wird. Wie in der Sonne, wo ständig Wasserstoff in das ebenfalls gasförmige Element Helium (Edelgase) umgewandelt wird, sollen in einem Fusionsreaktor Deuterium (Schweres Wasser, dessen Kern aus einem Proton und einem Neutron (Atom) gebildet wird) und Tritium (ein Proton, zwei Neutronen) zu Helium verschmolzen werden. Bei der Verschmelzung von 1 g Wasserstoff entsteht eine Energie von etwa 150 Mill. Kilokalorien (Watt). Zum Vergleich: Bei der Verbrennung von 1 g Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser werden 34 kcal frei. Werden die Plasmateilchen genügend dicht und wärmeisoliert oberhalb einer Temperatur von 100 Mill. Grad zusammengehalten, fusionieren die Wasser-stoffkerne. Als zu erreichende kritische Größe gilt ein gewisser Wert des Produktes von Temperatur, Gasdichte und Wärmeisolation. Von ihm war man 1970 im Experiment noch um einen Faktor 25000 entfernt, Ende 1989 fehlte noch ein Faktor 8 zur Zündung. Dennoch scheint es fraglich, ob die K. jemals großtechnisch genutzt werden kann. Der gemeinsame europäische Großversuch, an dem sich auch die Bundesrepublik Deutschland beteiügt, trägt den Namen »Joint European Torus« (JET).

 

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