A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

 

Multipolstrahlung

Atom- und Molekülphysik, elektromagnetische Strahlung, die von einem strahlungsfähigen System in einer bestimmten Näherung bei einer Entwicklung nach Potenzen des meist kleinen Parameters R / l emittiert wird (R: lineare Ausdehnung der Quelle, l: Wellenlänge der Strahlung; Multipolentwicklung). Die unterste Multipolordnung l = 1 ist die der Dipolstrahlung, darauf folgen die Quadrupol- bzw. Oktupolstrahlung (l = 2 bzw. l = 3). Die abgestrahlte Intensität ist proportional zu (R / l)2l. Die verschiedenen Multipolordnungen sind jeweils durch eine bestimmte Winkelabhängigkeit der abgestrahlten Intensität charakterisiert.

Bei quantenmechanischen Systemen ist l die Quantenzahl des vom emittierten Photon weggetragenen Drehimpulses. Für sie gilt immer Multipolstrahlung, da das Photon Spin 1 hat. Bei Atomen und Molekülen werden praktisch nur Dipolübergänge (l = 1) beobachtet. Ist für einen Übergang l = 1 ausgeschlossen, so hat er eine so kleine Übergangswahrscheinlichkeit, dass er von Konkurrenzprozessen überdeckt wird; man bezeichnet ihn dann als »verboten«.

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Multipolmomente
Multipolwechselwirkung

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

Weitere Begriffe : Steuerstäbe | Geschwindigkeitsflug | Stauchung

Übersicht | Themen | Unser Projekt | Grosse Persönlichkeiten der Technik | Impressum | Datenschutzbestimmungen