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Ptolemäus

Biographien, Claudius, * um 100, † um 175; bedeutendster Astronom der Antike, wirkte in Alexandria. Das griechisch verfasste Hauptwerk wird wegen des Titels der späteren arabischen Übersetzung Almagest genannt. Ptolemäus führte das astronomische Wissen seiner Vorgänger zusammen, systematisierte es und entwickelte eine auf grundlegenden geometrischen Prinzipien basierende astronomische Theorie, mit der die astronomischen Phänomene seiner Zeit umfassend beschrieben werden konnten. Auf den mathematischen Werken von Euklid und Apollonius aufbauend, ordnete Ptolemäus sein Hauptwerk nach deduktiven Erfordernissen. Die Kugelförmigkeit der Erde war zur Zeit von Ptolemäus selbstverständliches Wissen. Eines der stärksten ptolemäischen Argumente für eine im Mittelpunkt des Kosmos ruhende Erde folgte aus der Beobachtung, dass zu jeder Jahreszeit und Nachtzeit genau die Hälfte des gesamten Himmels über dem Horizont sichtbar ist. Aus geometrischen Überlegungen folgte aus der Annahme einer nicht allzu grossen Fixsternsphäre, dass sich die Erde in deren Mittelpunkt befinden muss. Dieses Argument spielte historisch lange eine bedeutende Rolle und konnte auch von Kopernikus nur mit Mühe umgangen, jedoch nicht entkräftet werden. Die Theorie der Sonnenbewegung übernahm Ptolemäus von seinem Vorgänger Hipparchus (ca. 130 v.Chr.), dessen Mondtheorie Ptolemäus entscheidend verbessern konnte. Der konstruktive Ansatz der ptolemäischen Astronomie besteht aus einer Überlagerung von zwei Kreisbewegungen, dem Hauptkreis, der die mittlere Bewegung der Himmelsbewegung beschreibt, und einem zweiten Aufkreis oder Epizykel. Mit diesen Mitteln gelang es Ptolemäus zum ersten Mal, die Theorie der Sonnen- und Mondbewegungen auf eine geometrische Theorie der Planetenbewegungen zu verallgemeinern. Die konstruktiven Ansätze der Überlagerung von Kreisbewegungen wurden später von Kopernikus übernommen und blieben damit bis zur physikalischen Theorie der Planetenbewegungen Keplers (Keplersche Gesetze) bestimmend. Der Almagest enthält ausserdem einen Sternenkatalog mit 1 025 von Alexandria aus sichtbaren Sternen, deren ekliptikale Koordinaten auf 1 / 6 Grad genau angegeben werden und deren Helligkeiten erstmals in sechs Klassen unterschieden werden. Weitere Werke: Geographie mit Angabe von geographischen Koordinaten wichtiger Orte und Landschaften unter Annahme einer sphärischen Erde und Optik, in der die für die Astronomie wichtigen Erscheinungen der Reflexion und Refraktion behandelt werden, wobei Ptolemäus sich auf die grundlegenden Werke Euklids und Herons stützt. Beugungsphänomene werden originell mit Hilfe eines Winkelmessgerätes untersucht, das die Ein- und Ausfallwinkel beim Übergang vom optisch dünnen zu dichten Medien bestimmt.

Lit: A. Smith: Ptolemy's Theory of Visual Perception. An English Translation of the Optics with Introduction and Commentary. Philadelphia 1996.

Ptolemäus

Ptolemäus, Claudius

 

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