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Kraft
vektorwertige
Funktion K über dem Raum der Ortsvektoren r(t), und, falls die Kraft
auch geschwindigkeitsabhängig ist (dissipative Kraft, Reibungskraft), der
Geschwindigkeitsvektoren . Korrekter wäre
also die Bezeichnung Kraftfeld. Der Betrag des Kraftvektors wird in der Einheit
Newton (1 N = 1 kg m s-2) angegeben. Newton
selbst definierte die Kraft als die Ursache der zeitlichen Änderung eines
Impulses:

Kirchhoff verstand unter Kraft ausschliesslich eine Bezeichnung
für das Produkt aus Masse m und Beschleunigung ,

was nur gilt, falls die träge Masse m
vom Bewegungszustand unabhängig ist. Das Vorliegen von Beschleunigung ist keine
notwendige Voraussetzung für die Existenz einer Kraft. Auch an ruhenden oder
sich geradlinig-gleichförmig bewegenden Körpern können Kräfte angreifen: Heben
sich zwei Kräfte in Betrag und Richtung gerade auf, so ist ihre resultierende
Wirkung keine beschleunigende, sondern höchstens eine verformende.
Die eindeutige Beschreibung einer Kraft erfordert drei
Angaben: Grösse, Richtung und Lage der Wirkungslinie. Die Grösse ist eine Masszahl
und gibt die geometrische Länge des Kraftvektors an, die Richtung wird bestimmt
durch zwei Winkel gegen die zwei Bezugsachsen eines räumlichen
Koordinatensystems. Mehrere Kräfte können, wie andere Vektoren auch, zu einer
resultierenden Kraft vektoriell addiert werden. Die Lage der Wirkungslinie
folgt aus der Grösse des statischen Moments der Kraft. Längs dieser
Wirkungslinie darf eine Kraft beliebig verschoben werden, ohne dass ihre Wirkung
auf starre Körper bzw. das Gleichgewicht mit einer anderen Kraft dadurch
beeinträchtigt werden.
Je nachdem, ob die Kraft zum betrachteten System gehört oder
nicht, spricht man von innerer oder äusserer Kraft. Innere Kräfte treten
innerhalb eines eindeutig begrenzten Systems stets paarweise als Kraft und
Gegenkraft auf und halten sich daher im Gleichgewicht. Äussere Kräfte wirken von
aussen auf das System ein; ihre Gegenkräfte greifen an Körpern an, die nicht zum
betrachteten System gehören. Allerdings ist diese Einteilung nach inneren und
äusseren Kräften sehr willkürlich und von eher praktischem Interesse. Es kann
immer das betrachtete System in der Weise ausgedehnt werden, dass die
Angriffspunkte der äusseren Kraft auch zum System gehören. Umgekehrt lässt sich
ein Zweikörperproblem eines Systems mit den beiden Massen m1 und m2
gerade so auf ein einfach lösbares Einkörperproblem reduzieren, dass der
Schwerpunkt sich mit einer reduzierten Masse m = m1
m2 / (m1 + m2) in einem äusseren
Kraftfeld bewegt. Behandelt man Systeme mit Zwangskräften, geht man zu
verallgemeinerten Koordinaten über, mit denen sich diese Zwangskräfte
eliminieren lassen.
Die beiden wichtigsten fundamentalen Kräfte der Natur sind die
Gravitationskraft (Gravitation), und die Coulomb-Kraft (Coulomb-Gesetz gilt).
Die Kräfte, die zwischen Elementarteilchen wirken, die starke Wechselwirkung
und die schwache Wechselwirkung, spielen mit Reichweiten von etwa 10-15
m und 10-18 m nur in der Hochenergiephysik eine Rolle.
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