|
Ultrazentrifugierung
Biophysik,
Methode zur Fraktionierung von Suspensionen von Makromolekülen und ihrer
Komplexe, insbesondere in der Biophysik zur Analyse und Gewinnung von
Biomakromolekülen und zellulären Substrukturen (Zelle), mit Hilfe schnell
drehender Ultrazentrifugen. Die Technik wurde erstmals von T. Svedberg
entwickelt. Moderne Ultrazentrifugen erreichen bis zu 70 000 Umdrehungen pro
Minute und Trägheitskräfte bis zum 500 000fachen der natürlichen Schwerkraft.
Hohe Winkelgeschwindigkeiten sind entscheidend, weil im typischen Massenbereich
von (Bio-)Makromolekülen die Diffusion ausreichend ist, um eine Sedimentation
bei der normalen Schwerkraft zu verhindern. Die Sedimentationsgeschwindigkeit
eines Teilchens im Feld der Fliehkraft wächst mit seiner molekularen Masse,
seine Diffusionsgeschwindigkeit sinkt dabei entsprechend.
Neben der molekularen Masse beeinflussen die
Sedimentationsgeschwindigkeit auch die Partikeldichte (Teilchen mit hoher
Dichte sedimentieren schneller), die Viskosität der Lösung (je visköser, desto
langsamere Sedimentation), die Temperatur (je geringer die Temperatur, desto
geringere Diffusion) und die Schwerkraft.
Als leicht bestimmbares Charakteristikum eines Teilchens unter
definierten Sedimentationsbedingungen wird die Svedberg-Konstante K (oder der Svedberg-Koeffizient) genutzt: (v:
Sedimentationsgeschwindigkeit, w: Winkelgeschwindigkeit, r: Abstand zum Rotationsmittelpunkt). K wird in Svedberg-Einheiten gemessen (1 S = 10-13 s). Die
Svedberg-Konstanten von Proteinen und Nukleinsäuren liegen normalerweise
zwischen 4 S und 40 S.
Es gibt viele technische Varianten der Ultrazentrifugierung.
Dazu gehören die Ultrazentrifugierung im Dichtegradienten (z.B. von CsCl oder
Saccharose) und die differentielle Zentrifugierung (mit stufenweise steigende
Umdrehungszahlen).
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
Diese Seite als Bookmark speichern :
|