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De-Sitter-Effekt

Relativitätstheorie und Gravitation, geodätische Präzession, die im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie auftretende Präzession eines frei fallenden Gyroskops (relativ zu einem asymptotischen Inertialsystem) im Gravitationsfeld eines Zentralkörpers. Der Effekt wurde 1916 entdeckt, als W. de Sitter das Erde-Mond-System als Gyroskop betrachtete, dessen Achse im Gravitationsfeld der Sonne pro Jahrhundert um etwa 2 ²  präzedieren sollte.

Allgemein präzediert der Drehimpuls L eines Gyroskops im Feld eines Zentralkörpers mit
 De-Sitter-Effekt, wobei die Präzession vom Newtonschen Gravitationspotential U der Quelle und von der Geschwindigkeit  v  des Gyroskops abhängt. De-Sitter-Effekt steht hier für die Winkelgeschwindigkeit, G für die Newtonsche Gravitationskonstante und c für die Lichtgeschwindigkeit. Der De-Sitter-Effekt, der eng mit der in der Speziellen Relativitätstheorie auftretenden Thomas-Präzession und mit dem vom gravitomagnetischen Feld verursachten Lense-Thirring-Effekt verwandt ist, wurde 1988 mit einer Genauigkeit von 1 % erstmals experimentell nachgewiesen. Ein wesentlich präziseres Experiment ist in Vorbereitung (Gravity Probe-B).

 

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