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Rundfunk

Elektrodynamik und Elektrotechnik, die Verbreitung von Darbietungen in Ton und Bild durch elektromagnetische Wellen (Radiowellen) für einen unbegrenzten Teilnehmerkreis. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit Rundfunk oft nur der Hörfunk bezeichnet. Seine Verbreitung geschieht in einem Nachrichtenübertragungssystem: Die zu übertragenden Informationen werden im Studio in elektrische Signale umgewandelt und in den meisten Fällen zunächst auf Magnetband zwischengespeichert. Im Sender dienen die Signale zur Modulation einer hochfrequenten Trägerwelle, die über eine Antenne abgestrahlt oder in ein Verteilernetz eingespeist wird. Im Rundfunkempfänger bzw. Fernsehempfänger werden die Signale durch Demodulation zurückgewonnen, verstärkt und wieder hörbar bzw. sichtbar gemacht.

Geschichte: Nach der Entwicklung geeigneter Sender und einigen experimentellen Rundfunksendungen ab 1906 (R.A. Fessenden) wurde der deutsche Unterhaltungsrundfunk am 29.10.1923 mit den Worten: »Hier Sendestelle Berlin, Voxhaus, Welle 400!« eröffnet. Zum Empfang dienten Detektorempfänger mit einem Kristalldetektor zur Demodulation und einem Kopfhörer zur Wiedergabe (siehe Abb. 1). Sie arbeiteten ohne zusätzliche Stromversorgung, lediglich mit der von der Antenne aufgenommenen Energie. Durch den Einsatz von Elektronenröhren (Audion) liess sich eine höhere Empfindlichkeit erzielen, nun war auch der Anschluss eines Lautsprechers möglich. Die Bedienung der ersten Röhrengeräte war wegen der verschiedenen Batterien für Heiz- und Anodenkreis und einer Unzahl von Einstellmöglichkeiten eine Sache für Experten. Die Umstellung auf Netzbetrieb und die Einführung des Superheterodynempfängers brachte Erleichterung. Die bessere Trennschärfe des »Super« ermöglichte auch den Empfang entfernt gelegener Sender (Rundfunkempfänger).

Die Radioproduktion entwickelte sich zum eigenständigen Industriezweig. Die Zahl der Rundfunkhörer stieg in den 20er Jahren auf zwei Millionen. Von den Nationalsozialisten wurde der Rundfunk als Propagandainstrument missbraucht: Die Rundfunksender wurden »gleichgeschaltet«, um die Breitenwirkung zu ermöglichen, wurden die Radiohersteller zur Produktion der »Volksempfänger« (siehe Abb. 2) - einem Geradeausempfänger - verpflichtet, der Empfang von Auslandssendern war nicht erwünscht und stand ab 1939 sogar unter Todesstrafe. Das Fernsehen wurde 1934, zunächst versuchsweise, eingeführt. Neben der Einführung der Frequenzmodulation zur Übertragung im UKW-Bereich in den 50er Jahren, brachte in den 60er Jahren die Einführung der Stereophonie weiteren Qualitätsgewinn. Halbleiterdiode und Transistor lösten die Elektronenröhren ab, gedruckte Schaltungen vereinfachten die industrielle Fertigung, die Mikroelektronik führte zu weiterer Kostensenkung und Miniaturisierung. Durch die Zulassung privater Rundfunkbetreiber und die Einführung von Satellitendirektempfang und Kabelanschluss stieg die Zahl der Programme sprunghaft an. Hörfunk und Fernsehen haben sich als die einflussreichsten Massenmedien behauptet.

Rundfunk

Rundfunk 1: Historische Rundfunkempfänger: Detektorempfänger 1924.

Rundfunk

Rundfunk 2: Historische Rundfunkempfänger: Deutscher Kleinempfänger (»Volksempfänger«) 1938.

 

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