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Reproduktion

Unter Reproduktion versteht der Fotograf die möglichst originalgetreue Wiedergabe fertiger Bildvorlagen: einer Zeichnung, eines Gemäldes, eines seltenen Farbdruckes oder eines Fotos, von dem kein Negativ zur Verfügung steht. Mit den modernen Makroobjektiven, Nahvorsätzen (Nahlinsen) und Balgennaheinstellgeräten gibt es kaum optische Probleme, um selbst kleinste Strukturen bis zum Abbildungsmaßstab 1 :r und darüber hinaus wiederzugeben. Das Hauptproblem ist die Beleuchtungsfrage. Bei Farbaufnahmen kommen als entscheidende Kriterien die Wahl des richtigen Farbfilms, Fragen farblicher Feinabstimmung mit Hilfe von Konversionsfiltern (An-gleichung der Farbtemperaturen von Film und Licht), aber auch das Problem der gleichmäßigen Ausleuchtung und der reflexionsfreien Wiedergabe des Originals hinzu. Letztere ist besonders bei der Reproduktion firnisglänzender Oberflächen von Gemälden bzw. von hinter Glas gerahmten Motiven eine nicht geringe Schwierigkeit (geglaste Bilder sollte man ausrahmen!)- Reproduziert wird das jeweilige Objekt möglichst formatfüllend, vom Stativ aus und mit Drahtauslöser (bei längeren Belichtungszeiten). Ist genügend Licht vorhanden, wird die bezüglich der Abbildungsschärfe günstigste Blende des Objektivs eingesetzt. Bleistift- oder Tuschezeichnungen fotografiert man mit einem Reprofilm steiler Gradation. Bei tonlich feindifferenzierten Halbtonvorlagen (von hellem Grau bis zu tiefem Schwarz) werden Schwarzweißfilme flacher Gradation eingesetzt. Tageslicht schafft im allgemeinen bessere Voraussetzungen für eine farblich identische Wiedergabe als Kunstlicht. Es ist in der Farbfotografie, wenn es um wirklich originalgetreue Wiedergabe geht, durch nichts zu ersetzen. Da bei der Reproduktion farbiger Vorlagen meist mit Farbumkehrfilmen gearbeitet wird, hängt der Erfolg aller Bemühungen von der anschließenden gleichmäßigen Entwicklung ab. Hier zeigen sich von Emulsion zu Emulsion und bei zeitlich versetzten Entwicklungsgängen keine geringen Probleme. Deshalb wählen manche Fotografen gerade bei der Reproduktion wertvoller Kunstwerke das Negativ-Positiv-Verfahren. Einwandfrei belichtete Farbnegative bieten, gekonnte Filterung im Negativ-Positiv-Prozeß vorausgesetzt, beste Gewähr für eine optimale Farbannäherung an das Original. Als weiteres Positivum kommt, wenn es sich um Motive für den Druck von Farbbildbänden handelt, die einfachere, gleichmäßigere Farbabstimmungsmög-lichkeit aller im Buch enthaltenen Farbbilder hinzu.

 

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