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Elektronenmikroskop
Gerät zur Vergrößerung kleinster Objekte, bei dem im Gegensatz zum Lichtmikroskop nicht Licht, sondern Elektronenstrählen zur Abbildung genutzt werden. Da deren Wellenlänge mindestens lOOOO-mal kleiner ist als die des Lichts, gestatten E. gegenüber dem Lichtmikroskop eine bis lOOO-fach größere Bildauflösung. Damit lassen sich Objekte bis 500000fach vergrößern. Der Strahlengang für die Elektronen ist ähnlich dem des Lichts in Lichtmikroskopen. Elektronenquelle ist ein glühender Wolframdraht. Die von ihm emittierten Elektronen werden zunächst in einem Hochspannungsfeld (Hochspannung) beschleunigt, sodann in einer elektrischen oder magnetischen »Kondensatorlinse« gebündelt, um anschließend das nur etwa 1/ 10000 mm dicke Präparat zu durchstrahlen (Durchstrahlungs-E. ). Eine dahinter angeordnete »Elektronenlinse« entwirft ein etwa lOO-fach vergrößertes »Elektronen-Zwischenbild«, von dem ein kleiner Ausschnitt durch eine zweite Elektronenlinse stark vergrößert auf einen Leuchtschirm projiziert wird, der über ein Lichtmikroskop weiter vergrößert betrachtet wird. Zum Photographieren des Elektronenbildes wird der Leuchtschirm kurzzeitig weggeklappt. Beim RasterE. tastet ein scharf gebündelter Elektronenstrahl zeilenweise (Scanner) die Oberfläche des Objekts ab, deren Abbild auf einer Bildröhre (Kathodenstrahlröhre) sichtbar gemacht wird. Das Raster-Tunnel-Elektronenmikroskop ist ein E. , das Oberflächenabbildungen mit großer Tiefenauflösung liefert. Bei ihm wird eine metallische Sondenspitze mit einem Durchmesser von etwa 10 nm (1 millionstel Millimeter) bis auf weniger als 10 nm an die Oberfläche herangeführt, so daß durch den sog. Tunneleffekt ein Elektronenstrom fließt. Piezoelektrisch (Piezoeffekt) verstellt wird die Spitze quer und senkrecht derart zur Oberfläche geführt, daß der Sondenstrom konstant bleibt. Rechnergestützt wird aus der Spitzenbewegung die dreidimensionale Oberflächenstruktur nachgebildet. Weil die Elektronenstrahlen in einem E. nicht durch Luftteilchen abgelenkt werden dürfen, sind E. metallene Vakuumröhren (»Vakuum), die mit einer Hochvakuumpumpe verbunden sind.
Laboratoriumsmethoden
und -geräte, Mikroskop, welches zur Vergrösserung nicht elektromagnetische
Strahlung, sondern Teilchenstrahlung (Elektronen) verwendet.
Entwickelt und gebaut wurde das erste Elektronenmikroskop als
Transmissionselektronenmikroskop von E. Ruska, B. v. Borries, M. Knoll und
Mitarbeitern bereits in den Jahren 1931-1933. Elektronenmikroskope wurden
entwickelt, um das auf ca. 200 nm begrenzte Auflösungsvermögen lichtoptischer
Mikroskope zu übertreffen. Das erste Rasterelektronenmikroskop wurde im Jahre
1942 gebaut und war im Jahre 1965 erstmals kommerziell erhältlich.
Das räumliche Auflösungsvermögen eines Mikroskops hängt
wesentlich von der Wellenlänge der verwendeten Strahlung ab. Aufgrund der
De-Broglie-Beziehung l = h / (m v ) ist die Wellenlänge der verwendeten
Partikel (Elektronen) abhängig von der Elektronengeschwindigkeit
(Hochvolt-Elektronenmikroskop). Mit heutigen Elektronenmikroskopen lassen sich
Strukturen mit atomarer Auflösung von etwa 0,1 nm abbilden.
Kernstück eines Elektronenmikroskops ist die Mikroskopsäule
mit dem evakuierbaren Innenrohr, in dem der Elektronenstrahl mit Hilfe von
Linsen und Blenden von der Elektronenquelle zum Präparat und von dort zu einem
Fluoreszenzschirm oder einem anderen Nachweismedium geführt wird.
Ein Vakuum von mindestens 10-3 Pa ist erforderlich, um
die mittlere freie Weglänge auf mindestens 1 m - der Distanz zwischen
Elektronenquelle und Elektronennachweis - zu vergrössern.
Um den Eintrag von Fremdpartikeln in die Säule zu verhindern,
muss das Präparat gegebenenfalls dehydriert werden. Eine Metallbedampfung des
Präparats verhindert die elektrostatische Aufladung, sofern das Präparat selbst
nichtleitend ist.
Als »Lichtquelle« (Elektronenquelle) wird überwiegend ein
geheizter haarnadelförmiger Wolframdraht (Kathode) verwendet, aus dessen
Krümmungsbereich durch Glühemission Elektronen austreten. Die Kathode ist
umgeben vom Wehnelt-Zylinder, der gegenüber der Glühkathode auf einem negativen
Potential liegt. Es bildet sich eine Raumladungswolke um die Kathode, die durch
eine positive Beschleunigungsspannung durch eine Öffnung im Wehnelt-Zylinder
zur Anode beschleunigt wird. Die Elektronen erreichen durch die an der Anode
anliegende Beschleunigungsspannung U0 eine Geschwindigkeit
von
,
die wiederum direkt das Auflösungsvermögen beeinflusst.
Eine Elektronenoptik, bestehend aus diversen Linsen und
Blenden, fokussiert die aus der Anode austretenden Elektronen zu einem schmalen
monochromatischen Strahl. Der elektronenoptische Strahlengang wird im
wesentlichen, ähnlich der lichtmikroskopischen Abbildung, durch ein
dreistufiges Linsensystem bestimmt. Aus technischen Gründen werden heute fast
ausschliesslich magnetische Linsen verwendet (Elektronenlinsen).
Die Elektronen treten in Wechselwirkung mit dem Präparat,
werden nachgewiesen und in ein Bild umgewandelt. (Elektronenmikroskopie,
analytische, Elektronenreflektionsmikroskop, Energiefilterelektronenmikroskop)
[RK1]
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