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Herschel

Biographien, 1) Sir Friedrich Wilhelm (William), deutsch-englischer Astronom, Bruder von 3) und Vater von 2), *15.11.1738 Hannover, †25.8.1822 Slough (bei Windsor, England); ursprünglich Militärmusiker, übersiedelte 1757 nach England, war Musiker in Leeds, 1765 Organist in Halifax (Yorkshire), 1766 in Bath; seit 1771 Mitglied der Royal Society; begann in den 1770er Jahren, astronomische Spiegel (Metallspiegel) für grosse Reflektoren (Spiegelteleskope) zu schleifen, die er in einer besonderen Bauart (Herschel-Teleskop) konstruierte, bei der der Hauptspiegel leicht schräggestellt war und kein Fangspiegel benötigt wurde (Einblick durch Okular unter einem spitzen Winkel zur optischen Achse in Richtung Parabolspiegel); sein grösstes Instrument war ein 1789 fertiggestelltes 122-cm-Teleskop mit 11,9 m Brennweite; die zum Teil zusammen mit seinem Bruder Alexander Herschel (1745-1821) hergestellten Spiegelteleskope waren auch im Ausland sehr begehrt (bis 1795 wurden etwa 400 Exemplare verkauft). Herschel gilt als einer der bedeutendsten astronomischen Beobachter aller Zeiten; am 13.3.1781 entdeckte er den Planeten Uranus, wodurch er berühmt wurde und vom englischen König Georg III. eine finanzielle Unterstützung erhielt und dessen privater Astronom wurde; sein Hauptinteresse galt der Durchmusterung des Himmels nach Doppelsternen, Sternhaufen und Nebeln; 1782, 1785 und 1821 veröffentlichte er Werke mit der Angabe der Positionen und anderen Details von insgesamt 848 Doppelsternen; seine Kataloge von lichtschwachen Gebilden, insbesondere Nebelflecken, enthielten ca. 2500 Objekte. Mit seinen sorgfältigen systematischen Sternzählungen in über 3000 ausgewählten Himmelsfeldern wurde Herschel zum Begründer der Stellarstatistik und gelangte zu ersten modellmässigen Vorstellungen über den linsenförmigen Aufbau des Milchstrassensystems; er erkannte 1783 die Eigenbewegung (Pekuliarbewegung) des Sonnensystems in Richtung auf das Sternbild Herkules, fand 1787 die Uranusmonde Oberon und Titania, 1789 die Saturnmonde Enceladus und Mimas (nach ihm ist der Krater Herschel auf Mimas benannt) und entdeckte 1800 bei Untersuchungen des Sonnenspektrums die Infrarotstrahlung.

2) Sir John Frederick William, englischer Astronom, Sohn von 1), *7.3.1792 Slough (bei Windsor), †11.5.1871 Collingwood (bei Hawkhurst, Kent); anfänglich Jurist, seit 1813 Mitglied der Royal Society, 1848 zum Präsidenten der Royal Astronomical Society gewählt, 1850-55 Direktor der königlichen Münze in London; lebte als Privatgelehrter überwiegend in Slough, übernahm die Sternwarte seines Vaters nach dessen Tod und setzte dessen astronomische Arbeiten fort; beobachtete 1834-38 an der Kap-Sternwarte (am Kap der Guten Hoffnung) mit einem Teleskop von 6 m Brennweite den Südhimmel; erkannte, dass es sich bei den Magellanschen Wolken um Sternansammlungen handelt; erstellte 1864 die seinerzeit detaillierteste Durchmusterung der Sterne der südlichen Hemisphäre, katalogisierte 1707 Sternhaufen und Nebel sowie weit über 2000 Doppelsterne; fand eine Methode zur Bahnberechnung von Doppelsternen; auch bedeutende Arbeiten zur Photographie: beschrieb 1819 das Natriumthiosulfat, entdeckte dessen auflösende Wirkung auf Silbersalze und erkannte 1839 dessen Bedeutung für den photographischen Prozess; entdeckte den Fixierprozess und machte die erste photographische Aufnahme auf Glasplatten; erfand 1840 ein thermographisches Verfahren (Evaporographie) und photographierte damit auf alkoholgetränktem Papier das Sonnenspektrum im Infrarotbereich; beschrieb 1842 die Cyanotypie (Entwicklung mit gelbem Blutlaugensalz), entwickelte 1844 die Chrysotypie (Goldsalzverfahren) und die Amphitypie (Eisensalzverfahren) zur Herstellung von Lichtpausen und entdeckte den nach ihm benannten Herschel-Effekt; führte als einer der ersten photographische Methoden in die Astronomie ein und gilt damit als Mitbegründer der Astrophotographie.

3) Lucretia Karoline, deutsch-englische Astronomin, Schwester 1) *16.3.1750 Hannover, †9.1.1848 Hannover; übersiedelte 1772 nach England und half ihrem Bruder bei seinen astronomischen Arbeiten; kehrte nach dessen Tod nach Hannover zurück; entdeckte zahlreiche Nebel und gilt mit der Entdeckung von acht Kometen (P/Encke, 1759, 1786 II, 1788 II, 1790 I, 1790 III, 1792 I und 1797) als zweiterfolgreichste Kometenjägerin (den Rekord hielt 1996 mit 13 Kometen die Amerikanerin C.S. Shoemaker); erstellte 1798 eine überarbeitete Fassung von J. Flamsteeds Sternkatalog.

Herschel

Herschel, Sir Friedrich Wilhelm (William)

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Herschel, Sir John Frederick William

Herschel

Herschel, Lucretia Karoline

 

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