|
Polarisation
Licht- und elektromagnetische Wellen (Elektromagnetische Strahlung) schwingen normalerweise senkrecht zur Ausbreitungsrichtung (Transversalwellen) nach allen Richtungen. Werden durch P. prismen, durch Filter oder sog. Beugungsgitter einzelne Schwingungsrichtungen bevorzugt und andere unterdrückt, spricht man von P. Polarisiertes Licht wird im Polarisationsmikroskop zur Untersuchung anisotroper (iso) Materialien, zur Sichtbarmachung innerer Spannungen in transparenten Körpern (Spannungsoptik) und in zahlr. optischen Geräten erzeugt und genutzt.
Im Modellbau:
HFAusbreitung
Schwingungen und
WellenFestkörperphysik, 1) Schwingungen und Wellen: Bezeichnung für den
Schwingungszustand vektorieller Wellen. Während bei skalaren Wellen (wie z.B.
Schallwellen) die Angabe eines Skalars (etwa des Drucks) als Funktion von Ort
und Zeit genügt, um die Welle vollständig zu beschreiben, ist es bei
Vektorwellen erforderlich, zusätzlich die Richtung des Feldvektors anzugeben.
Zwischen den Komponenten des Feldvektors besteht bei vollständig polarisierten
Wellen eine feste Phasenbeziehung. Fehlt eine solche Beziehung völlig, so
ändert sich die Schwingungsrichtung vollkommen unregelmässig und die Welle ist
unpolarisiert.
Spezialfälle der Polarisation sind longitudinal polarisierte
Wellen und transversal polarisierte Wellen, bei denen der Feldvektor parallel
bzw. senkrecht zur Ausbreitungsrichtung schwingt. Elektromagnetische Wellen
(z.B. Lichtwellen) sind in isotropen Medien oder im Vakuum transversale Wellen,
während sie in anisotropen Medien (z.B. diversen Kristallen) auch
Zwischenformen annehmen.
Bei Transversalwellen kann weiter zwischen linear
polarisierten, zirkular polarisierten sowie elliptisch polarisierten Wellen
unterschieden werden. Die Klassifizierung erfolgt anhand des
Phasenunterschieds, den die Komponenten des Feldvektors in aufeinander
senkrechten Richtungen bilden. Sind beide Komponenten in Phase, spricht man von
linear polarisierten Wellen. Der Feldvektor schwingt dann in einer Ebene (siehe
Abb. 1). Bei Lichtwellen bezeichnet man die Ebene, die den Lichtstrahl und den
elektrischen Feldvektor enthält, als Schwingungsebene. Die dazu senkrecht
stehende Ebene, die den Lichtstrahl und den magnetischen Feldvektor enthält,
heisst Polarisationsebene. Zirkular polarisierte Wellen liegen vor, wenn die
aufeinander senkrecht stehenden Komponenten des Feldvektors gleiche Amplitude
und einen Phasenunterschied von besitzen. In diesem Fall läuft die
Schwingungsrichtung mit konstanter Winkelgeschwindigkeit um die Ausbreitungsrichtung
der Welle, und der Endpunkt des umlaufenden Feldvektors beschreibt - projiziert
auf eine Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung - einen Kreis. Eine
elliptisch polarisierte Welle liegt vor, wenn der Phasenunterschied und die
Amplitude der Komponenten beliebig sind, jedoch noch immer eine feste
Phasenbeziehung besteht. In diesem Fall beschreibt der Endpunkt des
Lichtvektors - projiziert auf eine Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung -
eine Ellipse. Zirkular und linear polarisierte Wellen sind also Sonderfälle der
elliptisch polarisierten Wellen.
Bei zirkular und elliptisch polarisierten Wellen spricht man
von links und rechts zirkular bzw. elliptisch polarisierten Wellen, je nachdem,
ob der Feldvektor bei Betrachtung der ankommenden Welle links oder rechts herum
läuft.
Zur quantitativen Kennzeichnung des Polarisationszustandes
dienen gemittelte Intensitätsgrössen, wobei durch die Mittelung solche Produkte
wegfallen, deren Faktoren keine regelmässigen Phasenbeziehungen zueinander
haben. Die Gesamtintensität I kann damit
aufgespalten werden in einen polarisierten Anteil Ip und einen
unpolarisierten Anteil Iu. Das Verhältnis Ip
/ I heisst Polarisationsgrad und variiert zwischen 0
für unpolarisierte Wellen und 1 für vollständig polarisierte Wellen.
Die optische Polarisation tritt bei Reflexion oder
Transmission von unpolarisiertem Licht durch Flüssigkeiten mit Dipolmoment auf.
Verantwortlich für die Polarisation ist eine Vorzugsrichtung der meist
stabförmigen Moleküle, die zu einer Anisotropie der optischen Konstanten führt.
Die Polarisation des Lichts kann beim Durchgang durch Flüssigkeiten mit starkem
Dipolmoment durch Anlegen eines äusseren elektrischen Feldes gedreht oder auch
zerstört werden; ein Effekt, der bei LCDs ausgenützt wird. Nematische
Flüssigkeitskristalle (nematische Phase) rufen dabei lineare Polarisation,
cholesterische Flüssigkeitskristalle (cholesterische Phase) zirkulare bzw.
elliptische Polarisation hervor.
2) Kern- und Teilchenphysik: Das Auftreten einer
Vorzugsrichtung für den Spin von Teilchen. Der Mittelwert des Spinvektors
definiert die Polarisationsrichtung. Für Neutrinos ist eine Zuordnung von
Polarisations- und Bewegungsrichtung (Impulsrichtung) möglich, sie sind
longitudinal polarisiert. Die Beschreibung des Spinzustandes durch eine
Wellenfunktion liefert stets einen Zustand vollständiger Polarisation zu einer
beliebig vorgegebenen Polarisationsrichtung. Zur Beschreibung teilweise
polarisierter oder unpolarisierter Teilchen sind Dichteoperatoren erforderlich.
3) elektrische Polarisation.

Polarisation 1: Linear polarisierte Welle. Die
Amplitudenvektoren schwingen bei der linearen Polarisation in einer raumfesten
Ebene.

Polarisation 2: Polarisation durch Reflexion an einem
Glasspiegel.
Spiegel P wirkt als Polarisator, Spiegel A als Analysator. Die Pfeile mit
Punkten stellen die Schwingungrichtung des Lichtvektors senkrecht zur Bildebene
dar.

Polarisation 3: Polarisation durch Brechung an einem
Glasplattensatz. Der Lichtvektor teilt sich auf in einen Strahl mit Schwingungsrichtung
senkrecht zur Bildebene (Pfeil mit Punkten) und einen mit Schwingungsrichtung
parallel zur Bildebene.
<< vorhergehender Begriff |
|
nächster Begriff >> |
|
|
|
Diese Seite als Bookmark speichern :
|