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Polymerisation
Polymere
Festkörperphysik,
chemischer Reaktionstyp, bei dem sich als Grundbausteine niedermolekulare
Moleküle (Monomere) zu Makromolekülen (Polymere) verbinden. Derartige
ungesättigte Verbindungen sind Olefine, Carbonyle oder Epoxide. Die
Elementzusammensetzungen von Monomer und Makromolekül sind dabei identisch.
Während der Polymerisation werden keine Reaktionsprodukte wie bei der
Polykondensation abgespalten. Es finden auch keine Umlagerungen von
Molekülgruppen statt wie bei der Polyaddition.
Polymerisationsreaktionen werden durch geeignete Initiatoren
(Startermoleküle) oder Katalysatoren ausgelöst und durchlaufen die
Reaktionsstadien Kettenstart, Kettenwachstum und Kettenabbruch. Während der
Startreaktion wird das Monomer durch Strahlung, Wärme oder durch einen
Katalysator aktiviert und zum freien Radikal. Während des Kettenwachstums
lagert sich an dieses Molekül ein weiteres Monomer an, wobei das angelagerte
Monomer den reaktiven Zustand übernimmt und damit das Weiterwachstum
ermöglicht. Der Kettenabbruch erfolgt durch die Anlagerung eines Moleküls, das
den aktivierten Zustand zerstört, gegebenenfalls jedoch den reaktiven Zustand
an ein neues Startermolekül übergibt. Die Depolymerisation ist die zur
Wachstumsreaktion gegenläufige Abspaltung von Monomeren aus einem aktivierten
Polymer. Polymerisation und Depolymerisation stehen im temperaturabhängigen
Gleichgewicht. Für jedes Polymer-Monomer-Gemisch kann eine Grenztemperatur
(Ceiling-Temperatur) angegeben werden, bei der Kettenbildung und -abspaltung
sich im Gleichgewicht befinden und oberhalb dieser keine Polymerisation mehr
stattfindet.
Wichtige Polymerisationsarten sind die radikalische und die
ionische Polymerisation. Bei der radikalischen Polymerisation wird die
Startreaktion durch ein reaktives Molekül (Radikal) ausgelöst, das sich durch geeignete
Energiezufuhr (Licht, Wärme) gebildet hat. Das Radikal reagiert mit einem
ungesättigten Monomermolekül (z. B. mit C = C-Doppelbindung) unter Bildung
eines neuen Radikals. Das Kettenwachstum wird durch die Verbindung zweier
Radikale oder durch den Mangel an Monomermolekülen beendet. Nicht umgesetzte
Monomere verbleiben als Restmonomere im Polymer. Die radikalische
Polymerisation liefert stets ungeordnete (ataktische) Polymere.
Bei der ionischen Polymerisation werden ionische Katalysatoren
verwendet. Das Kettenwachstum startet bei der anionischen Polymerisation durch
die Übertragung eines Elektrons auf die Monomerdoppelbindung. Initiatoren sind
z.B. Metallhydride. Bei der kationischen Polymerisation wird die Kettenbildung
durch die Addition eines Kations an die C = C-Doppelbindung gestartet.
Initiatoren sind z.B. Lewis-Säuren (BF3, ALCl3) (Lewis-Säure-Base-Konzept) oder
Protonensäuren (HCl, H2SO4). Die
Reaktionsgeschwindigkeit ist von der Dielektrizitätskonstante des
Lösungsmittels abhängig. Bei der koordinativen Polymerisation sind
Übergangsmetallkomplexverbindungen die Träger des Kettenwachstums. In deren
räumlicher Koordinationssphäre erfolgt der Einbau von Monomeren an die sich
bildende Polymerkette. Initiierender Schritt ist die Bildung einer Metall-Kohlenstoff-Verbindung.
Mit diesen metallorganischen Mischkatalysatoren (Ziegler-Natta-Katalysatoren,
Metallocenkatalysatoren) können räumlich geordnete Polymere erhalten werden,
wie z.B. 1,4-cis-Polybutadien und 1,4-cis-Polyisopren (Kautschuk) oder cis-
bzw. trans-Polyethylen. Polymerisationsarten, mit denen räumlich geordnete
Polymere (isotaktische, syndiotaktische Polymere) erhalten werden, werden als
stereospezifische Polymerisationen bezeichnet.
Die Polymerisation kann durch verschiedene Möglichkeiten
technisch realisiert werden. Bei der Massepolymerisation werden flüssige
Monomere ohne Zusatz von Lösungsmitteln polymerisiert. Weiterhin kann die
Polymerisation in einem Lösungsmittel erfolgen. Liegen Monomer und Polymer in
diesem Lösungsmittel gelöst vor und wird das Polymer durch ein zweites
Lösungsmittel, in dem nur das Monomer löslich ist, ausgefällt, wird von einer
Lösungspolymerisation gesprochen. Fällt das Polymer während der Polymerisation
aus, wird das Verfahren als Fällungspolymerisation bezeichnet. Bei der
Emulsionspolymerisation wird das Monomer im Wasser durch den Zusatz eines
Emulgators emulgiert und das Polymerisat ausgefällt. Wird das Monomer ungelöst
als feine Tropfen in eine nicht mischbare Flüssigkeit eingerührt, kann das
Polymer in Form von feinen Perlen ausfallen (Suspensionspolymerisation). Bei
der Gasphasenpolymerisation liegt das Monomer in der Gasphase vor und das
Polymer wird in trockener Form erhalten. Ein spezielles Verfahren der
Gasphasenpolymerisation ist die Plasmapolymerisation. Die wichtigsten Kriterien
für die Auswahl des Polymerisationsverfahrens sind die strukturellen
Anforderungen an das gewünschte Polymer, die Ausbeute und die Kosten.
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