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Gut
gesamtes Tauwerk eines Schiffsmodells, unterteilt in stehendes G. (Wanten, Stage), das nicht bedient wird und laufendes G. zur Bedienung der Segel (Fallen, Schoten).
Teilchenphysik, Grand Unified Theory, Grosse
Vereinheitlichte Theorie, Sammelbegriff für Theorien, die die
elektromagnetische, schwache und starke Wechselwirkung von Elementarteilchen
durch ein einziges Grundprinzip zu beschreiben versuchen. Theorien, die auch
noch die Gravitation mit einbeziehen, fallen unter die Bezeichnung Theorie für
alles (engl. Theorie of Everything, TOE). Man erhofft sich durch eine solche
GUT, die phänomenologischen Unterschiede zwischen den Wechselwirkungen besser
verstehen und eine fundamentale Erklärung der verschiedenen Kopplungskonstanten
finden zu können. Damit würde sich evtl. auch die Zahl der nur experimentell
bestimmbaren Parameter des Standardmodells reduzieren. Die Suche nach einer
vereinheitlichten Theorie wird vor allem durch die Tatsache motiviert, dass die
energieabhängigen Kopplungs-»Konstanten« der drei Wechselwirkungen bei
zunehmend höherer Energie konvergieren, um schliesslich bei einer sehr hohen
Energie MX ~ 1015 GeV, der GUT-Skala, zusammenzulaufen. Die
GUT-Skala liegt leider weit jenseits der experimentellen Möglichkeiten;
trotzdem gibt es einen Test für GUT-Modelle, nämlich den von ihnen
vorhergesagten und im Labor möglicherweise messbaren Protonzerfall. Die untere experimentelle
Schranke liegt hierfür derzeit bei G-1(p e+ + p0) = 6 · 1031 a. GUT-Modelle
gruppieren generell Quarks und Leptonen in ein gemeinsames Multiplett, so dass
Übergänge zwischen ihnen und damit ein Zerfall des im Standardmodell stabilen
Protons möglich sind. Die quantitativen Voraussagen zum Protonzerfall bilden
das entscheidende Unterscheidungsmerkmal verschiedener GUT-Modelle.
Die Wechselwirkungen des Standardmodells lassen sich aus der
Symmetrie unter bestimmten Eichtransformationen, sog. Eichsymmetrien, ableiten,
z.B. die starke Wechselwirkung aus einer SU(3)-Eichsymmetrie.
Elektromagnetische und schwache Wechselwirkung ergeben sich zusammen als
elektroschwache Wechselwirkung im Rahmen des GWS-Modells
(Glashow-Weinberg-Salam-Modell) aus einer SU(2) ´ U(1)-Eichsymmetrie, die als direktes
Produkt mit getrennten Eichtransformationen und Kopplungskonstanten und somit
nicht als echte vereinigte Theorie aufzufassen ist. Die Suche nach einer GUT
hat vielmehr die Konstruktion einer einfachen Eichgruppe GGUT zum Ziel, die nicht
das direkte Produkt der Eichgruppen des Standardmodells ist, sondern dieses als
Untergruppe enthält, also GGUT É SU(3) Ä SU(2) Ä U(1).
Die kleinste Gruppe dieser Art, die eine saubere Darstellung
der Fermionen des Standardmodells mit den korrekten Quantenzahlen erlaubt, ist
die SU(5). Zudem ist die SU(5)-Theorie frei von Anomalien, gibt eine
vernünftigen Wert für den Weinberg-Winkel und lässt sich durch den
Higgs-Mechanismus auf das Standardmodell brechen.
Obwohl die SU(5)-Theorie also ein attraktives Modell für eine
GUT ist, spricht ihre vorhergesagte Proton-Lebensdauer von G-1(p
e+ + p0) = 4,5 · 1029±1,7 a gegen sie.
Ausserdem wird die Anzahl der freien Parameter gegenüber dem Standardmodell
sogar noch vergrössert, obwohl man sich von einer fundamentalen,
vereinheitlichten Theorie eine Reduktion erhofft. Modelle mit grösseren
Eichgruppen (SO(10), E6)
enthalten noch mehr freie Parameter, so dass quantitative Vorhersagen nahezu
unmöglich sind. Schliesslich haben nicht nur die SU(5)-Theorie, sondern nahezu
alle GUT-Modelle, mit dem Hierarchie-Problem zu kämpfen: Um das sehr kleine
Verhältnis der beiden Massenskalen MW (Standardmodell) und MX
(GUT) nicht zu zerstören, müssen die Modellparameter der Higgs-Bosonen, welche
die beiden Skalen zu vermischen drohen, in jeder Ordnung der Störungsreihe
extrem genau abgestimmt werden - eine Eigenschaft, die man sich ebenfalls bei
einer fundamentalen Theorie nicht wünscht.
Die Vorhersage der SU(5)-Theorie zum Protonzerfall wird
verbessert, wenn man sie supersymmetrisch formuliert. Supersymmetrie ist eine
Symmetrie zwischen Bosonen und Fermionen und hat zur Folge, dass in allen
supersymmetrischen Theorien jedes Fermion einen bosonischen Super-Partner und
umgekehrt besitzt. Da sich die bekannten Elementarteilchen nicht auf diese
Weise einander zuordnen lassen, besitzen supersymmetrische GUT-Theorien
mindestens doppelt so viele Teilchen wie die jeweiligen
nicht-supersymmetrischen Versionen. Die Erweiterung des Teilchenspektrums
verschiebt nun die GUT-Skala zu noch grösseren Energien hin, und damit
verschiebt sich auch die Protonlebensdauer, die proportional zur vierten Potenz
der GUT-Skala MX ist, zu experimentell nicht ausgeschlossenen
Werten.
Supersymmetrische Theorien besitzen zwei weitere Vorteile: zum
einen beschreiben sie, wenn die Supersymmetrie lokal formuliert wird,
automatisch auch die Gravitation (Supergravitation) und eignen sich daher für
die Vereinigung aller Wechselwirkungen, zum anderen reduzieren sie eine Reihe
der quantenfeldtheoretischen Divergenzen, allerdings leider gerade nicht die,
die mit der Quantisierung der Gravitation verknüpft sind. Dieses Problem lösen
erst Superstring-Theorien, die Elementarteilchen nicht länger als punktförmige
Objekte, sondern als eindimensionale »Fäden« auffassen. Die Suche nach einer
fundamentalen String-Theorie gehört deshalb zu den stärksten Aktivitäten der
theoretischen Elementarteilchenphysik. [UK]

GUT: Die laufenden Kopplungskonstanten g,
g¢ und gs der
elektroschwachen und starken Wechselwirkung scheinen bei hohen Energien gegen
einen gemeinsamen Wert von etwa q ~ 1015
GeV zu »konvergieren« (q2:
Impulsübertrag).
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